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Kirche in WDR 2 | 07.12.2020 | 05:55 Uhr

Deine Angst ist nicht egal

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist wars das mit dem Wochenende auch schon wieder. Tja. Und keine Ahnung, womit Sie die Woche beginnen. Hoffentlich mit was Tollem. Vielleicht haben Sie frei. Vielleicht geht’s raus in den Wald. Oder Sie haben endlich Zeit zum Plätzchenbacken. Aber womöglich starten Sie mit etwas Doofem. Vielleicht mit einem unangenehmen Gespräch auf der Arbeit, einem Besuch beim Zahnarzt – oder vielleicht macht Ihnen sogar das bloße Aufstehen Angst.

Gerade ist viel Angst unterwegs, merke ich. Angst vor dem Virus. Angst, sich selbst oder einen anderen Menschen anzustecken. Angst vor sozialer Isolation. Angst um den Arbeitsplatz. Angst vor der Pleite. Angst vor dem Fremden. Angst vor dem Alleinsein. Angst um die Natur. In Gottesdiensten ist mir das zuletzt besonders aufgefallen. Wenn Kinder wie bei uns in der Agneskirche Fürbitten sprechen gibt es bei ihnen in diesen Tagen vor allem drei wichtige Themen: Mit großem Abstand auf Platz 1: Corona soll weggehen. 2: Obdachlose sollen nicht allein sein. Und 3.: Die Tiere im Wald sollen leben dürfen. Kinder bringen auf den Punkt, was sie bedrückt. Was ihnen Angst macht.

Angst ist schlimm, besonders, wenn sie alles im Leben eines Menschen bestimmt. Wie ein zäher Nebel, der nicht eine Minute am Tag Sonnenlicht durchlässt. Kein Lächeln, kein hüpfendes Freudenherz, kein Glücksgefühl. Ich muss an die Weihnachtsgeschichte denken. Da steht ein Engel bei den erschrockenen Hirten und sagt: Habt keine Angst. Weit vorher hat er das schon zu Maria gesagt, als sie bestürzt darüber gewesen ist, dass sie schwanger ist. Und später dem Josef, als er mit seiner Familie nach Ägypten abhauen muss, damit König Herodes sie nicht in die Finger kriegt. Hab keine Angst.

Hey, das ist leicht daher gesagt, denke ich. Was soll das bringen? Als die Kinder im Gottesdienst gesagt haben, was sie bedrückt, wovor sie richtig Schiss haben – da habe ich kapiert, was das bringt. Sie haben nämlich ihre Angst nicht verschwiegen. Sondern davon erzählt. Und gehört, dass andere Kinder auch von ihrer Angst erzählen. Und ihre Angst ist ja so ähnlich wie die eigene.

Und alle anderen in der Kirche haben auch zugehört.

Hab keine Angst davon zu erzählen, was dir Angst macht: Ich habe Angst davor, in der Pandemie einsam zu werden. Ich habe Angst, meinen Job zu verlieren. Ich habe Angst, das Geld reicht nicht. Ich habe Angst, jeder denkt nur an sich. Ich hab Angst, ich bin nicht hübsch genug. Mein Partner haut ab. Erzähl, was dich richtig runterzieht, vielleicht sogar krank macht. Sprich es aus. Lass es nicht in dir gären. Wenn der Engel in der Weihnachtsgeschichte sagt: Hab keine Angst! Heute ist der Heiland geboren! Dann heißt das: Du musst dich nicht von deiner Angst bestimmen lassen! Es ist Land in Sicht! Der Nebel lichtet sich! Ich höre zu. Und der Heiland, der die Wende bringt -
das ist die Freundin, der Freund, das sind die Eltern, der Lehrer, das ist eine Expertin, ein Therapeut, ein Arzt. Das sind wir alle, wenn wir klar machen: deine Angst ist uns nicht egal. Niemals. Auch nicht an einem Montagmorgen.

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