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Kirche in WDR 2 | 10.08.2021 | 05:55 Uhr

Blaues Wunder

Kennen Sie das auch? Das Kind will seine Hausaufgaben mal wieder nicht machen. Genervt drohe ich: „Dann wirst du bald dein blaues Wunder erleben“. Das kann nicht gut gehen. Aber wieso ist das Wunder eigentlich blau?

Farben haben hier bei uns ja oft eine bestimmte Bedeutung. Rot als Farbe der Liebe etwa. Blau ist schon im Mittelalter die Farbe der Täuschung gewesen. Das Sprichwort „Sein blaues Wunder erleben“ steht also für eine Überraschung, die meist ziemlich unangenehm ist.

Dabei sind Wunder ja eigentlich etwas Schönes. Unerwartet tritt etwas ein, das wir uns erst mal nicht erklären können. Wie durch ein Wunder ist jemand geheilt worden. Oder sie hat einen schrecklichen Autounfall gehabt und ist fast unverletzt. Ich erinnere mich an einen Skiunfall, bei dem ich mit ein paar Prellungen davongekommen bin. Ich hätte auch tot sein können. Für mich immer noch ein Wunder. Wahrscheinlich haben Sie auch schon das eine oder andere kleine oder sogar große Wunder erlebt.

Die Bibel ist voll von Wundern. Mose teilt das Meer, um ein ganzes Volk zu retten. Jesus macht schwerstkranke Menschen wieder gesund oder er vermehrt wenig Essen auf wunderbare Weise, so dass 5000 Menschen satt werden. Erklärungsversuche für die Wunder Jesu gibt es viele. Manche sind ziemlich abenteuerlich. Denn: Wunder kann man nicht beweisen. Aber daran glauben. Der Theologe Martin Luther hat das vor 500 Jahren so formuliert: „Gottes Wunder geschehen nicht darum, dass wir sie ermessen und fangen, sondern dass wir dadurch glauben und getrost werden." Diesen Trost wünsche ich Ihnen an diesem Sommertag im August.

Und das muss nicht immer das ganz große Ereignis sein. „Wunder gibt es immer wieder“, hat Katja Ebstein in einem bekannten Schlager gesungen. Das war 1970 beim European Song Contest. Katja Ebstein beschreibt das Unerwartete, was wir nicht vorhersagen können. Sie singt von der Liebe als Wunder. Man muss nur Augen haben, sie zu sehen.

Wunder in diesem Lied bedeuten: Im Alltäglichen das Wunderbare erkennen.

So gesehen ist das angedrohte „blaue“ Wunder gar kein richtiges Wunder. Ich rechne ja schon mit negativen Konsequenzen. In der heutigen Farbenlehre symbolisiert Blau Ruhe und Klarheit. Vielleicht richten Sie Ihren Blick jetzt einfach mal in den hoffentlich blauen Himmel. Oder lassen ihn in Gedanken übers blaue Meer gleiten. Für mich sind das die wirklichen „blauen“ Wunder. Man muss nur hinsehen.

 

 

Quellen:

https://www.geo.de/geolino/redewendungen/9270-rtkl-sein-blaues-wunder-erleben (zuletzt abgerufen am 6. Juni 2021)

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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