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Kirche in WDR 2 | 14.08.2021 | 05:55 Uhr

Anders sein

Luisa Wöllisch ist ein Star. Die 25-Jährige ist Schauspielerin, festes Mitglied im Ensemble der Freien Bühne in München. 

Und sie hat Trisomie 21 – Downsyndrom.

2019 spielt sie im Kinofilm „die Goldfische“ an der Seite von Tom Schilling, Birgit Minichmayr und Jella Haase die einzige echte Behinderte.
"Und Luisa hat uns wirklich alle umgehauen", sagt Regisseur Alireza Golafshan. "Sie ist eine absolut professionelle Schauspielerin, die halt zufällig das Down-Syndrom hat."

Warum ich Ihnen das erzähle?

 

Nun: Seit ungefähr zwei Jahren gibt es eine Empfehlung des gemeinsamen Bundesausschusses, des höchsten Beschlussgremiums im deutschen Gesundheitswesen, Tests auf Trisomie 21 als Kassenleistung anzuerkennen. Ein einfacher Bluttest kann Hinweise geben, ob der sich entwickelnde Embryo eine Trisomie haben könnte. Absolute Sicherheit gibt der Test nicht. Aber sowohl Behindertenverbände, als auch der Berufsverband der Gynäkologen gehen davon aus, dass dieser Test zukünftig zu Routine der Schwangerschaftsbegleitung gehören wird.

Denn das Downsyndrom eignet sich hervorragend als Projektionsfläche für alle Ängste, die werdende Eltern haben können. Der Bluttest erscheint daher als eine Garantie für ein „gesundes“ Kind.

 

Ein Test auf Trisomie 21 als Kassenleistung sendet zwei deutliche Signale aus:
Die gezielte Suche nach Embryonen mit Down Syndrom wird so ein Teil der Schwangerschaftsvorsorge. Was bedeutet, dass wir keine Menschen mit Down Syndrom in unserer Gesellschaft wollen.

 

Zum anderen haben Schwangere ein Recht auf Nichtwissen. Lehen sie aber den Test ab wird das Recht auf Nichtwissen zur Bockigkeit. Eltern werden sehr entschlossen sein müssen, den Test abzulehnen oder gar nach einem positiven Test ihr Kind wirklich zu bekommen

Der Automatismus wird in die andere Richtung laufen und die meisten werden sich gegen ihr Kind entscheiden.

 

Die meisten Menschen mit Trisomie 21 lernen rechnen, lesen, schreiben, können auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Beruf finden und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen. Warum sollten sie also nicht geboren werden? Hat ein Mensch mit Trisomie 21 weniger Lebensrecht als ein Mensch mit Mukoviszidose oder spinaler Muskelatrophie oder der Sichelzellenkrankheit? Alles Genveränderungen, die man schon seit Jahren per Bluttest nachweisen kann – aber eben nicht als Kassenleistung.
Für Luisa Wöllisch ist der Test eine Diskriminierung. „Ich bin ja da“, sagt sie, “und mit so einem Test gäbe es mich nicht.“

Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild – mit oder ohne Trisomie 21. Die Bibel bricht eine klare Lanze für die Unverfügbarkeit des Lebens. Eine Mahnung gegen die Idee des „Designerbabys“.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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