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Kirche in WDR 2 | 19.10.2021 | 05:55 Uhr

Ceuta

Er ist 13 Jahre alt und kann sich kaum mehr über Wasser halten. Plastikflaschen hat er sich als Schwimmhilfen um den Körper gebunden. Endlich erreicht er das Ufer der spanischen Exklave Ceuta, als er einen Grenzpolizisten sieht und das Wasser nicht verlässt.

Sterben wolle er lieber, als zurück nach Marokko, ruft er dem Grenzpolizisten zu, der ihn auffordert aus dem Wasser zu kommen. Schließlich tastet er sich an den Strand, versucht zu fliehen, die Polizisten fangen ihn und bringen ihn in ein Lager.

Ein kurzer Bericht in den Medien. Dann wieder Corona. Wobei es doch jetzt mal gut damit sein muss. Oder?

Bitte, was soll hier jetzt „gut“ sein? Gar nichts ist gut daran, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken und Flüchtlinge an der Grenze von Europa, im polnisch – belarussischem Grenzgebiet abgewiesen werden, wenn sie um Wasser bitten. 

Und gleichzeitig muss ich zugeben: Manchmal ist mir das zu viel. Zu viel Leid, zu viel Unrecht, zu viel Ohnmacht. 

Nur: die Bilder. Das heißt die Menschen, die die Bilder zeigen, und die, die sie nicht zeigen. In den Lagern in Marokko. Oder auf den griechischen Inseln. Oder im Libanon. In Kabul. An der polnisch -belarussischen Grenze. Oder, oder, oder.

Oh. Das jetzt ja jetzt ganz stark Richtung Spaßbremse. 

Tja. Es geht jedenfalls stark in die Richtung: sowohl, als auch. 

Sowohl Spass am Leben, als auch Ohnmacht, Wut und Scham über das nahe Elend scheinbar ferner Menschen. Das nahe Elend von Kindern, Jugendlichen, Müttern, Vätern, Großeltern.

Das wird hier jetzt nicht die: „Ich aber sage euch“- Nummer, oder der Besserwisser Beitrag.

Was ich sagen will: Das ist mein Bruder, meine Schwester, mein Kind, mein Mitmensch, der aus der Not in etwas Besseres will.

Dass die Evangelische Kirche in Deutschland ein Schiff zur Seenotrettung unterstützt, dass man die sogenannten Push Backs von Frontex untersucht und skandalisiert, dass es Menschen gibt, wie die „Seebrücke“ in Wuppertal zum Beispiel, die sich aktiv einsetzen, ist notwendig und segensreich.

Für Christen gilt: Der Gott, der sich in Jesus zeigt, ist parteiisch.

Nochmal: Nichts gegen Spaß und: endlich raus.

Nur: Irgendwie ist es wie mit der Impferei und der Verteilung von Impfstoffen, vor allen Dingen in der armen Welt. Niemand ist allein. Zusammenkommen tun alle. Irgendwann. 
Also: Alleine wird das nichts. 

Und? Was kann ich tun: beten, spenden, gegen die Abschotter reden, Nichtzufriedensein damit. Beten habe ich ja schon gesagt.

Einen schönen Tag noch.

Sowohl, als auch.


 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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