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Kirche in WDR 2 | 21.10.2021 | 05:55 Uhr

Hoffnungsträgerin

So eine Geschichte kann man sich nicht ausdenken. Es ist die Geschichte von Yusra Mardini. Sie wächst in Damaskus in einer total schwimmbegeisterten Familie auf; trainiert jede freie Minute und kommt mit 14 in die Nationalmannschaft. Ihr großer Traum: die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Aber dann bricht in Syrien der Bürgerkrieg aus. Zuerst wird ihr Haus zerstört, später schlägt in der Schwimmhalle eine Bombe ein. 2015 flieht Yusra, zusammen mit ihrer Schwester Sarah. Da ist sie erst 17. Über Beirut und Istanbul geht es nach Izmir. Ihr Ziel ist die griechische Insel Lesbos. Für sieben Personen ist ihr Schlauchboot ausgelegt, aber 20 sitzen drin. Und dann noch das: Mitten in der Nacht gibt der Motor den Geist auf. Das völlig überfüllte Schlauchboot droht zu sinken.

Da springen Yusra, Sarah und zwei weitere Geflüchtete ins Wasser. Gemeinsam halten sie das Boot über Wasser. Dreieinhalb Stunden lang. Völlig entkräftet schaffen sie es ans Ufer. Und retten allen an Bord das Leben.

Ihre Flucht aus Syrien führt die Schwestern weiter nach Berlin. Hier fängt Yusra wieder an, zu trainieren. Und ihr Traum erfüllt sich: 2016 darf sie als Teilnehmerin des Flüchtlings-Teams nach Rio zu den Olympischen Spielen reisen. Das ist ein Team aus Sportler:innen, die als Geflüchtete nicht für ihr Heimatland antreten können.

„Als ich in Deutschland ankam, mochte ich das Wort Geflüchtete nicht. Ich dachte, ich bin ein Niemand", sagt sie. „Das ändert sich, als ich in Rio ins Olympiastadion einlief. Jede:r begann für unsere Mannschaft zu klatschen. Jede:r stand auf.” Das ist der Moment, in dem sie begreift, dass sich vieles ändern kann. Auch für sie selbst.

Fast über Nacht wird Yusra Mardini berühmt. Sie ist in allen Medien präsent. Wird von Papst Franziskus empfangen, trifft Barack Obama, wird UN-Sonderbotschafterin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Immer wieder berichtet sie davon, was ihr passiert ist.

Sie beschreibt alles in einem Buch. Es heißt Butterfly, benannt nach ihrer Paradedisziplin beim Schwimmen. „Aber es geht nicht um mich. Es geht um etwas viel Größeres”, sagt sie. „Ich mache anderen Menschen Mut.“ In Tokio diesen Sommer bei der Olympiade geht ein Traum für sie in Erfüllung: Gemeinsam mit einem Mannschaftskollegen darf sie bei der Eröffnungsfeier die Flagge des Refugee Olympic Team tragen.

Die 100 Meter Schmetterling schwimmt sie in etwas mehr als einer Minute und sechs Sekunden. Für die Weltspitze reicht das nicht. Aber sie ist Olympiasiegerin in der Disziplin Hoffnung.

Aktuell wird Yusras Geschichte von Netflix verfilmt. Gesendet werden soll der Film im nächsten Jahr. Dann wird Yusra noch einmal Menschen auf der ganzen Welt berühren. Und Hoffnung geben.

 

Quellen:

https://www.vogue.de/mode/artikel/yusra-mardini-gefluechtete-schwimmerin-olympia?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE (zuletzt abgerufen am 21. September 2021)

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/ueber-uns/unterstuetzer/yusra-mardini (zuletzt abgerufen am 21. September 2021)

 

  

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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