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Kirche in WDR 2 | 24.11.2021 | 05:55 Uhr

Dazugehören

Mein Mann und ich waren seit Ewigkeiten endlich mal wieder im Kino. Der Grund: Seit einigen Wochen läuft der Film „Dear Evan Hansen“. Das ist ein Musical, und so was finden wir beide klasse, wir gehen am Ende mit neuen Ohrwürmern und oft leicht verheult raus. Bei „Dear Evan Hansen“ habe ich extra viele Taschentücher verschnieft. Im Film geht es um den Jugendlichen Evan Hansen. Der kämpft mit Depressionen und Ängsten und kann sich niemandem anvertrauen. Und dann passiert etwas ziemlich Krasses: Ein Mitschüler nimmt sich das Leben. Und Evan verstrickt sich in eine Lüge. Gegenüber den Eltern des Toten tut er so, als ob er dessen Freund gewesen sei. Aber: Aus der Lüge entsteht ein Gebilde von Hoffnung für Menschen, die sich allein, mutlos und traurig fühlen. Die Figur Evan Hansen ermutigt andere, trotz oder wegen der eigenen Hoffnungslosigkeit.

Am Ende des Films beichtet er der Familie seines Mitschülers, dass die Freundschaft eine Lüge war. Und diese Szene hat mich noch mehr berührt als alle vorher. Denn er spricht in seinem Lied von dem Grund seines Handelns: Ich wollte dazugehören, weil ich noch nie dazugehört habe - zu einer Familie, zu Menschen, die sich für mich interessieren, die mich mögen.

Das sagt er so in etwa.

Und das hat gesessen. Denn dieses Nicht-Dazugehören, das habe ich auch schon oft gefühlt. Sicherlich aus ganz anderen Gründen. Aber das Gefühl, das kenne ich gut.

Ein irgendwie falsch sein, anders, eckig, anstrengend. Mittlerweile komme ich damit gut zurecht. Über viele Gespräche, durch Feedbacks, und auch immer wieder im Glauben. Gott hat mich gemacht. Mich tröstet das. Er hat sich auch meine Kanten ausgedacht, die mich und andere manchmal nerven. Er hat mich facettenreich gestaltet, mich mir zugemutet. Denn ein Profil haben, also gegen das Licht erkennbar sein, ist nicht immer bequem. Dazugehören allerdings will ich trotzdem. Wer will das nicht?

Ein völlig normales Bedürfnis. Irgendwo dazugehören – das heißt auch, andere dazugehören zu lassen. Und nachdem ich Ihnen jetzt erzählt habe, dass ich selbst oft dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit verspüre, habe ich mich ein wenig beobachtet, wie „gut“ es mir gelingt, Leute zu integrieren, die ich komisch finde. Ähhmm, nicht ganz so gut, muss ich gestehen.

Deshalb rufe ich für mich heute den „Tag des Dazugehörens“ aus – einen Monat vor Heiligabend will ich heute einfach mal herzlicher zu Leuten sein, die mir eher fern sind – ganz im Sinne von: „Du gehörst dazu.“ Mal sehen, ob das jemand merkt.


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