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Kirche in WDR 2 | 06.11.2021 | 05:55 Uhr

Es ist geboten

Ja, manchmal tut sich dann doch etwas. Vor wenigen Wochen hat die EU beschlossen, einheitliche Ladekabel für Handys vorzuschreiben. Das vermeidet pro Jahr 1.000 Tonnen Elektroschrott. Es hat lange gedauert. Zehn Jahre lang hat die EU auf die Freiwilligkeit der Industrie gesetzt, das zu tun. Vergeblich. Freiwillig etwas tun, weil es richtig ist?

Natürlich gibt es immer mehr Menschen, die anders einkaufen, anders essen, anders unterwegs sind. Aber wir alle? Das klappt selten. Trotzdem höre ich Freiwilligkeit als politisches Mantra immer wieder. Aber freiwillig tut sich wenig. Der Schutz des Regenwaldes oder der Moore, Tierwohl oder die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen in Schlüsselstellungen, sei’s in Wirtschaft oder Politik? Fehlanzeige.

Freiwilligkeit verkommt hier schon lange zu einer Art Folklore, die davon ablenkt, dass man etwas eigentlich gar nicht will. Da wird der Klimaschutz zum Lippenbekenntnis. Die Folge: ein Klima, das die Erde zerstört. Im Juli haben wir das bei uns erlebt.

Gerne wird gesagt, Deutschland verursacht ja nur zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. In der Schweiz beträgt der Anteil an den CO2-Emissionen sogar nur ein Promille. Trotzdem muss auch die Schweiz zum Klimaschutz beitragen. Der Klimaforscher Thomas Stocker argumentiert: Sein jährlicher Beitrag zum Steueraufkommen in Bern beträgt auch gerade mal nur 0,01 Promille. Und er zahlt trotzdem. Jeder Cent, jede Tonne zählt. Egal ob bei den Steuern oder beim Klima.

Noch ein Blick in die Nachbarschaft: Frankreich hat vor kurzem viele Inlandsflüge verboten. Der Ökozid, also ein Verbrechen an der Umwelt, wird sogar ein Straftatbestand. Das haben sich nicht die Politik oder die Verwaltung ausgedacht. Die fast 150 Punkte des Gesetzespakets sind Vorschläge eines Bürger:innenrats: 150 zufällig ausgewählte Frauen und Männer, die das Land gesellschaftlich repräsentieren. Der Haken: Ihre Vorschläge wurden von der Regierung verwässert, einige wenige, wie ein noch entschiedeneres Tempolimit, sogar abgelehnt. Mit anderen Worten: Auch hier wird immer noch auf Freiwilligkeit gesetzt.

Ich bin aber der Meinung: Wir brauchen Regeln, Vorschriften, Gesetze. Die für alle verbindlich sind, auch wenn viele schon klimafreundlich leben. Gesetze für den Klimaschutz, Gebote für die Bewahrung der Schöpfung. Zumal Klimaschutz günstiger kommt, als später die Schäden der Klimakrise zu beseitigen, sofern das überhaupt möglich ist.

Du sollst also nicht nur Plastik-Strohhalme verbannen. Oder einheitliche Ladekabel durchsetzen. Der Auftrag ist klar: Du sollst die Welt retten. Wir haben keinen Planeten B.

 

Quellen:

https://www.dw.com/de/frankreich-neue-wege-f%C3%BCr-den-klimaschutz/a-56529043 (zuletzt abgerufen am 27. September 2021)

https://www.nzz.ch/meinung/co2-abstimmung-die-wissenschaft-muss-klartext-redenin-der-klimakrise-muessen-wir-klartext-reden-ld.1626832 (zuletzt abgerufen am 27. September 2021)

 

  

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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