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Hörmal | 05.12.2021 | 07:45 Uhr

Nikolausabend

Einspieler: „Lustig, lustig, traleralera! Bald ist Nikolaus Abend da, bald ist Nikolaus Abend da!“

Heute ist es soweit: Nikolausabend, der Vorabend zum 6. Dezember, Gedenktag des Heiligen Nikolaus. Das ist wie Heiligabend, da wird auch schon der Vorabend vom eigentlichen Fest begangen. Ich verbinde mit dem Nikolausabend schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Es gab eine Bescherung für meine Geschwister und mich. Zwar kam nicht der Nikolaus, aber quasi als seine Botin meine Oma. Und dann gab es einen Teller voll mit selbstgebackenen Plätzchen, Schokolade und Mandarinen und dazu meist noch etwas zum Anziehen. Und damit der Teller nicht so schnell leer wurde, hatte meine Oma für jeden von uns noch eine weitere Kiste voll mit gebackenen Plätzchen parat.

Dass am Nikolausabend etwas verschenkt wird, geht ja zurück auf eine der vielen Legenden um den Heiligen. Noch bevor Nikolaus Bischof in Myra wird, hilft er nämlich einem vornehmen aber verarmten Mann aus seiner Nachbarschaft. Der hat nicht genug Geld, um für seine drei Töchter jeweils die Aussteuer für die Hochzeit zu bezahlen. In seiner Not will der arme Mann die Mädchen zur Prostitution schicken, um so das Geld aufzutreiben. Als Nikolaus, der reich geerbt hat, davon hört, geht er hin und wirft nachts – um nicht erkannt zu werden – einen Goldklumpen in das Haus des Mannes. Der ist überglücklich, als er das Gold findet, und kann so die Hochzeit seiner Tochter ausrichten.

Wenige Tage später handelt Nikolaus wieder so und ermöglicht die Hochzeit der zweiten Tochter. Nun will der Mann wissen, wer denn der edle Helfer in Not ist, legt sich auf die Lauer und tatsächlich: als Nikolaus für die dritte Tochter sogar doppelt soviel Geld in das Haus wirft, verfolgt ihn der Mann, erkennt ihn und wirft sich ihm voll Dankbarkeit vor die Füße. Nikolaus aber ist das unangenehm, und er ermahnt den Mann, ihn nicht zu verraten.

Nikolaus hat die Not in seiner Nachbarschaft gelindert, indem er etwas verschenkt hat – ohne viel Aufhebens darum zu machen. Und er hat damit viel Freude bereitet, dem Mann und seinen drei Töchtern. Schenken bereitet eben Freude. Und das werden heute am Nikolausabend sicherlich wieder viele erfahren – nicht nur die Kinder.

Das Ganze ist aber nicht nur ein schönes Kinderspiel aufgrund einer Legende vom Heiligen Nikolaus. Es hat ja einen tiefen Ernst: Nikolaus half in der Nachbarschaft, heißt es ausdrücklich in der Legende. Und da muss ich nur in meine nähere Umgebung schauen. Allein auf meinem Weg vom Kölner Hauptbahnhof zu meinem Büro – gerade fünfhundert Meter sind das – da sehe ich jedes Mal ein, zwei oder sogar drei Menschen, die auf dem Boden kauern und einen Becher vor sich stehen haben und damit um Geld bitten.

Oft gehe ich daran vorbei mit einem inneren Konflikt: Ich sollte etwas Geld geben, ja, aber hilft das dann auch wirklich demjenigen in seiner Not? Vielleicht wird das Geld für Drogen verwandt oder hinter dem Bettler steht eine Drückerbande?

Aber ehrlich gesagt, wie dem reichen Nikolaus in der Legende, tut es mir doch nicht weh, wenn ich etwas den Menschen gebe, die darum bitten – auch wenn ich nicht überprüfen kann, was mit dem Geld passiert. Und wer weiß denn wirklich, wie es um die Menschen steht, die ich in meiner Umgebung sehe und um Geld bitten? Also warum ihnen nicht etwas von dem geben, was ich habe – und das nicht nur am Nikolausabend. Eines steht sicherlich fest: Die Menschen, die dann etwas bekommen, die freuen sich darüber.

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