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Kirche in WDR 2 | 26.01.2022 | 05:55 Uhr

Das Leben ist kein Wunschkonzert

Er weiß gar nicht, was sie hat. Es ist doch alles gut. Sogar bestens. Schließlich läuft es schon seit fast einem Jahr so. Und zwar ohne Probleme. Das Einzige, was sich jetzt geändert hat? Na ja, sie weiß Bescheid. Ja und? Trotzdem kann alles so bleiben, wie es ist. Findet er. In seiner Vorstellung ist das völlig klar: Sie leben weiter zusammen als Familie. Und ab und zu ist er halt mal weg. Bei seiner Freundin. Für einen Tag oder für ein Wochenende. Warum denn nicht?

Schließlich hatte er bis hierhin eine gute Zeit mit seiner Frau. Das will man ja nicht so einfach aufgeben. Klar ist inzwischen das Feuer ein bisschen ‘raus aus ihrer Liebe. Aber trotzdem alles ganz okay soweit. Und gleichzeitig ist es ja gerade deswegen so toll gewesen, sich neu zu verlieben. Die neue Unbeschwertheit zu genießen, ohne die alte Sicherheit aufgeben zu müssen. Für ihn eine absolut ideale Konstellation!

Seine Freundin hat damit auch kein Problem. Jetzt muss er das nur noch seiner Frau schmackhaft machen. Hat er gedacht.

Seine Frau ist allerdings nicht bereit, sich von ihm irgendetwas schmackhaft machen zu lassen. Stattdessen verlangt sie die Scheidung. Und sie zieht aus, so schnell es geht. Übergangsweise zu ihren Eltern. Bis sie dann was Eigenes, Bezahlbares gefunden hat.

Spätestens da hätte ihm klar sein sollen, dass er es ganz furchtbar verbockt hat. Sich selbst so richtig in die Grütze geritten und seine Familie gleich mitgerissen hat. Aber statt seine Fehler zuzugeben, tut er weiterhin so, als würde ihn keine Schuld treffen. Als habe er das Recht, für sich selbst eine ideale Konstellation zu schaffen. Nach der sich dann alle anderen richten müssen.

Aber so funktioniert das Leben nicht. Und so funktionieren auch Beziehungen nicht.

Deswegen versucht die Bibel, uns von dieser Vorstellung abzubringen. Von dem Gedanken: Es reicht, wenn es mir gut geht, die anderen werden schon irgendwie klarkommen. Einer solchen Haltung setzt die Bibel die Nächstenliebe entgegen. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ So alt diese Aufforderung ist, so aktuell ist ihre Botschaft: Die Liebe zu dir selbst und die Liebe zu deinen Mitmenschen soll in einem guten Gleichgewicht stehen. Damit möglichst niemand zu kurz kommt. Du nicht und die anderen auch nicht. Stattdessen soll jeder zu seinem und jede zu ihrem Recht kommen. In der Familie, in der Ehe und auch in allen anderen Zusam­menhängen. Damit das Leben funktioniert. Und zwar für alle, die daran beteiligt sind.

 

  

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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