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Kirche in WDR 2 | 05.02.2022 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung

„Papa ist weit weg, er ist nicht mehr da. Papa war kein Gefangener. Er hat dort gearbeitet, um für uns Geld zu verdienen, weißt du. Jetzt ist er... er studiert, in einer anderen Stadt. Weißt du, was ein Gefängnis ist?“

Was Mina ihrer kleinen Tochter da in dem Kinofilm erzählt, ist eine Lüge. Der Vater Babak ist tot, er wurde wegen Mordes hingerichtet. Für die nun alleinerziehende Mina beginnt der soziale Abstieg, denn für Frauen wie sie ist in der iranischen Gesellschaft kaum Platz: Sie muss sich bei den hohen Mieten Teherans eine neue Wohnung suchen und dafür kämpfen, mit ihrer Tochter durchzukommen. Da wird sie gemeinsam mit ihrem Schwager bei der Polizei vorgeladen.

„Vor vier Wochen hat sich ein wichtiger Belastungszeuge im Fall Rashedi an die Polizeibehörde gewandt und dadurch hat sich einiges geändert. Er hat dort ausgesagt, dass in Wirklichkeit ein zweiter Zeuge der Mörder Rashedis ist.“

Es windet sich in kalte Bürokratiesprache. Aber: Minas Mann war unschuldig – und doch ist er tot. Seit dieser Woche läuft „Ballade von der weißen Kuh“ im Kino. Die weiße Kuh steht in der zweiten Sure des Korans, die nach ihr "Kuh-Sure" heißt, für einen Unschuldigen, der zum Tode verurteilt wird. Man kann das Bild mit unserem Sündenbock vergleichen.

„Uns ist klar, dass nichts den Bruder und Ehemann ersetzen kann. Aber sicher ist, dass es Gottes Wille war. Sie können den Mörder besuchen, wenn Sie wollen. Er will Sie sehen und um Vergebung bitten.“

Schuld, Sühne, Vergebung und Ausgrenzung – es sind die großen Themen, die der Film des Regieteams Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha berührt, erstere spielt zusätzlich die Hauptrolle der Mina. Mina bekommt als Entschädigung für den unrechten Tod ihres Mannes Geld. Aber das reicht ihr nicht. Während sie mit viel Mühe versucht, über die Runden zu kommen, ihr Leben zu bestreiten, will sie die Verantwortlichen konfrontieren.

„Das verlangt der Anstand – Wer besitzt heutzutage noch Anstand? Nicht mal die, die für Babaks Hinrichtung verantwortlich sind haben den Anstand mir mal zu antworten.“

Wie schwer wiegt Schuld? Und auf welcher Grundlage beurteilen wir das? Die Geschichte um Mina zeigt, welche gravierenden Folgen es haben kann, einmal nicht genau genug hingesehen, sich nicht all zulange mit etwas beschäftigt zu haben. Im Alltag passiert das immer wieder: Da fällt man leichtfertig Urteile über Sachverhänge und Menschen ohne darüber nachzudenken, einfach weil man sich mit manchen Themen nicht gern beschäftigt. Wie viele Freundschaften und Beziehungen sind nicht schon wegen eines Missverständnisses oder einer kleinen Notlüge zerbrochen. Dabei geht es immer um Menschen und damit um komplexe Wesen, die je nach Situation völlig unterschiedlich reagieren, immer andere Seiten von sich zeigen. Es lohnt sich, achtsam und aufmerksam zu sein, wenn das nächste Urteil ansteht.

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