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Kirche in WDR 2 | 14.02.2022 | 05:55 Uhr

Hunde streicheln

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und ich weiß ja nicht, ob es Ihnen leicht oder schwer fällt aufzustehen. Mir fällt es meistens leicht. Manchmal aber auch schwer. Zum Beispiel dann, wenn ich aufwache, der Hund kommt – und ich beginne den Hund zu streicheln. Dann fahre ich mit der ausgestreckten Hand sachte durch sein wuscheliges Fell. Manchmal dreht sich der Hund dann auf die Seite, weil er mir zeigen will: Da, an meinem Bauch, da ist es besonders toll. Und dann streichle ich und streichle ich. Und dann denke ich, jetzt ist es gut, aber dann streichle ich weiter. Und weiter. Und neulich habe ich zu meiner Frau gesagt: „Ich hätte manchmal nichts dagegen, wenn ich tagaus und tagein nichts anderes zu tun hätte als Hunde zu streicheln.“ Denn ich ahne, dass es mir und dem Hund guttut.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Mensch sofort Oxcytocin ausschüttet, wenn er einen Hund streichelt. Das wird auch das Kuschelhormon genannt, weil es zum Beispiel beim Sex eine wichtige Rolle spielt. Aber es kann noch mehr: Oxytocin kann zum Beispiel die Bindung von Menschen stärken. Vertrauen in andere Menschen aufbauen. Stress und Angst reduzieren. Aggressionen dämpfen und den Menschen empathisch machen. Was ja alles gar nicht übel ist. Ich merke das ja, wenn ich mit Greta, unserem Pudel in ein Altersheim gehe. Es kann passieren, dass Menschen, die stumm und in sich versunken auf einer Bank am Eingang sitzen sich plötzlich aufrichten, anfangen zu sprechen oder zu lächeln beginnen. Wie ihre Augen größer werden, wie sie anfangen den Hund zu locken, wie sie Greta mit allerlei Kosenamen ansprechen – ach komm doch, mein Mäuschen! - wenn sie sie ohne Scheu um tänzelt. Einmal hat mir eine mir völlig fremde Frau erzählt, wie gern sie einen Hund gehabt hätte, aber sie habe nie einen haben dürfen. Und dann sind die Tränen gekullert. Wie oft haben mich dort schon alte Menschen einfach angesprochen und gefragt, ob der Hund nicht hierbleiben kann. Tja.

Das gleiche ist mir schon auf der Straße passiert. Kinder hocken sich auf den Bürgersteig, Greta geht schwanzwedelnd hin, lässt sich streicheln, und die Kinder krähen vor Begeisterung. Oder große Kerle, die mir in der Dämmerung Unbehagen einflößen würden, werden für einen Moment zu weichen Teddys. Fragen rau, aber höflich, ob sie den Hund mal anfassen dürfen, sind erstaunt über das weiße helle Fell. Bedanken sich und gehen weiter. Ist tatsächlich so gewesen.

Sein Leben mit Hundestreicheln zu verbringen ist also wohl nicht die schlechteste Wahl. Ich spüre ja selbst, wie es mich verwandelt. In einen Menschen, dem es leichter fällt zu glauben, zu hoffen und zu lieben. Ist nicht nur so daher gesagt. Das ist wirklich so, ich schwöre. Und deswegen ist es auch okay, wenn ich manchmal noch ein bisschen liegen bleibe. Und noch ein bisschen in Gretas Fell greife. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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