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Kirche in WDR 2 | 28.02.2022 | 05:55 Uhr

Liebe gewinnt

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Was für eine Woche liegt hinter uns. „Es ist Krieg in Europa.“ Das hat eine Zeitung auf dem Titel gehabt. Wer hätte das für möglich gehalten? Und jetzt?

Jetzt ist auch noch Rosenmontag. Normalerweise der Tag, an dem sich das Rheinland ins Jeckenland verwandelt. Der Karneval erzählt ja von einer Utopie. Nämlich davon, wie die Welt sein könnte. Bunt. Friedlich. Gemeinschaftlich. Fröhlich und ausgelassen.

Das war spürbar, als wir letzten Sonntag in der Agneskirche Gottesdienst gefeiert haben. Im Kostüm, mit kölschen Liedern, melancholisch und zuversichtlich. Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, was wir da von Jesus vorgelesen haben, da bleibt mir ein Kloß im Hals stecken. Das klingt wie die Rede eines naiven Verrückten: „Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen“ sagt der da. „Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.“ Wie bitte? „Wenn dir einer deinen Mantel klaut gib ihm auch dein Hemd. Und überhaupt: Wenn dir einer was wegnimmt – komm nicht auf die Idee und verlang es zurück!“ Was soll ich? „Und wenn ihr nur denen Sachen leiht, bei denen ihr wisst, ihr kriegt es wieder – was ist dabei?“ Geht’s noch? Das klingt nicht nur verrückt. Das klingt zynisch. Angesichts der Bilder von den Kindern, die in Kiew in U-Bahn-Schächten Schutz suchen. Angesichts von hunderttausenden Menschen, die in der Ukraine auf der Flucht sind. Angesichts von jungen Soldaten, die abgeknallt und von Bomben zerfetzt werden.

Heute ist Rosenmontag. Heute wäre der Höhepunkt vom Karnevalstreiben. Gut, dass das ausfällt. Wäre nämlich genauso zynisch wie die naive Feldrede von Jesus. Oder?

Ich mache mal eben meine Augen zu. Und ich stelle mir für einen Moment eine Welt vor, in der keiner mehr liebt. In der jeder jeden hasst. Keiner mehr etwas Gutes tut, einfach, weil es ihn freut. In der kein Mensch mehr einen anderen segnet und ihm damit zeigt: Die Welt ist schöner, weil es dich gibt. Eine Welt ohne Großherzigkeit. Das wäre ja … gruselig. Das wäre ja … die Hölle.

Jesus sagt: Hört niemals auf, an einer Welt zu arbeiten, die dem Himmel ähnelt. Und eben nicht der Hölle. Und der Karneval, der singt davon. „Häste och kinn Jeld, dat ess janz ejal. Mir schenke d´r Ahl e paar Blöömcher! Denn he hält m´r zesamme, ejal wat och passeet! Drink doch eine met! Stell dich nit ahn! Kumm loss mer danze. De janze Naach bess morje fröh.“ Karneval ist die Ahnung, wie die Welt aussehen könnte, wenn sich die Menschen doch nur einmal unterhaken würden. Vom Meiers Kätchen bess zum lange Tünn, von Tünnes bis Schäl, ja, von Putin bis zum Papst, von Köln bis Düsseldorf. Alle Jläser huh! Der Karneval hält die Hoffnung hoch. Ich finde, das ist nicht zynisch. Das ist nötig.

Und deswegen feiern wir heute in der Kölner Agneskirche einen Rosenmontagsgottesdienst. Um 11:11 Uhr geht es los. Unter www.rosenmontagsgottesdienst.de gibt’s den auch im Internet. Kafi Biermann singt „Loss mer singe!“ Yvonne Wilicks predigt. Wir beten in ukrainischer Sprache. Wir denken an die Toten und Verletzten. Die Zuschauer können Gebete per whatsapp schicken. Und Stephan Brings singt davon, dass die Liebe gewinnt. Das bleibt doch unser Glaubensbekenntnis. Auch an diesem Rosenmontag.

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