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Kirche in WDR 2 | 25.02.2022 | 05:55 Uhr

Tier des Jahres: Der Esel

Kennen Sie das Haustier des Jahres? Das Bündnis „Stiftung Mensch & Tier“ kürt es jedes Jahr und 2022 ist es: der Esel


Der Esel gehört, das wusste ich gar nicht, zu den ältesten von uns Menschen domestizierten Tieren! Das allein kann natürlich kein Argument für die Wahl sein. Unterwürfigkeit ist nicht ehrenvoll. Was ist der Esel dann? Bockig, stur, dumm?


Nein! Der Esel ist viel mehr. In der Bibel kommt ihm eine geradezu tierische Schlüsselrolle zu. Jesus reitet bei seinem großen Einzug nach Jerusalem bewusst auf einem Esel. Jesus setzt damit ein Zeichen: Er wählt keinen Elefanten, auch kein Pferd. Er nimmt den Esel. Weil, der taugt nicht als Kampftier oder für die große Parade. Der kann auch keine Streitwagen ziehen. Jesus macht deutlich: Ich möchte Frieden bringen, nicht Streit, nicht Gewalt, nicht Unterdrückung.


Also: Warum „Haustier des Jahres“? In Stressphasen läuft der Esel – anders als das Pferd – nicht weg. Er wartet ab und prüft die Situation, heißt es in der Begründung. Und er ist ein Herdentier, und schwindelfrei und aufmerksam. Und kann lange Zeit mit wenig Wasser auskommen. Alles gute Gründe für die Auszeichnung.


Und der Esel ist ein kluges Tier. Kamelkarawanen im Orient führen bis heute einen Esel mit. Weil der Esel - anders als die Kamele - den Weg kennt. Und dabei ist wichtig: Der Esel ist störrisch. Gerade das wird in der Bibel ausdrücklich gelobt. Der Esel hält Kurs, wo Menschen vom Weg abkommen. Im Alten Testament wird erzählt, wie Bileam, der große Prophet, auf einem Esel losreitet, weil er meint, er müsse in Gottes Namen andere Menschen verfluchen.


Plötzlich stellt sich der Engel Gottes den beiden in den Weg. Diesen Engel sieht aber nur der Esel. Bileam schlägt heftig auf das arme Tier ein, das aber weigert sich hartnäckig und drückt seinen Reiter heftig an die Mauer am Wegesrand. Schmerzhafte Erfahrung für den fanatischen, etwas selbstgerechten Bileam. – Tja, Gott möchte, dass wir Menschen lieben und nicht verfluchen. Tiere verstehen manchmal mehr als Menschen!


Ich glaube, die Auswahl zum „Tier des Jahres“ ist dem Esel ziemlich egal. Aber sie sagt viel über uns Menschen aus. Ich glaube, wir brauchen mehr Esel auch unter uns Menschen! Solche, die andere führen können, aber nicht in den Kampf, sondern auf einen guten Weg. Solche, die Widerstand leisten, wenn andere sie zwingen wollen, Dinge zu tun, die erkennbar schlecht sind. Solche, die abwarten können – und die dann schauen, was dem Leben wirklich guttut. Wie ein Esel eben.

Jesus hat das damals schon gewusst. Der Prophet Bileam hat das schmerzhaft erfahren dürfen. Und auch wir heute, wir können noch viel lernen von diesem „Haustier des Jahres“.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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