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Kirche in WDR 2 | 08.03.2022 | 05:55 Uhr

Powerfrauen

Können Sie sich noch an die Spice Girls erinnern? Ich fand sie total doof. Bekam aber zur Konfirmation ausgerechnet ein Album von ihnen geschenkt. Dabei war ich ein riesen Backstreet Boys Fan und konnte mit diesem ganzen Girl Power Gehabe – inklusiver rausgestreckter Zungen - nicht so viel anfangen. Mir war das irgendwie alles zu frech, zu aufgesetzt und ich dachte: Welches Mädchen benimmt sich denn so?

Einige Jahre später habe ich eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht. Neben den ganzen Sätzen wie „Ihh, ich könnte das nicht“ oder „Stört dich nicht das frühe Aufstehen?“ habe ich in meinem ganzen Leben noch nie so viele sexuelle Übergriffe erlebt wie als Krankenschwester.

Eine gewaltvolle übersexualisierte Sprache offenbart, was viele Menschen in den Krankenschwestern sehen: schmuckes Beiwerk für Ärzte oder super Pornodarstellerinnen.

Oft musste ich mir auch aus meinem Freundeskreis anhören: „Jetzt kannst du dir ja einen schicken Arzt angeln“

Ich unterstelle mal, dass sich das Bild der Krankenschwester seit Beginn der Pandemie geändert hat. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

2014 habe ich den Beruf aufgegeben, nachdem ich schon vier Jahre Theologie studiert hatte. Nun arbeite ich in einem Männerberuf. Da gibt es dann Sätze wie „Wann kommt denn der Herr Pfarrer?“ oder „Ich möchte meine Mutter lieber von einem Mann beerdigen lassen.“

Schon wieder muss ich kämpfen gegen Widerstände, veraltete Rollenbilder und Klischees; schon wieder muss ich „meine Frau stehen“, wie damals als Krankenschwester.

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil heute Welt-Frauentag ist und ich das Gefühl habe, dass sich zwar in den letzten 25 Jahren, also seit meiner Konfirmation und den Spice Girls, eine Menge getan hat, aber eben noch nicht genug. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich als Frau gleichberechtigt bin, aber nicht gleich behandelt werde. Denn ich bin kein Mann und ich will auch nicht wie einer behandelt werden.

Mittlerweile kann ich auf Partys Wannabe von den Spice Girls hören und dazu tanzen und Spaß haben. Ebenso kann ich auch das Wort „Girl Power“ gut hören, weil es für mich nicht mehr diese Bedeutung von frech und aufgedreht hat, sondern Girl Power für mich heißt:

Gemeinsam stark sein, gemeinsam stolz sein und die Power zu haben, dafür zu kämpfen, dass Gleichberechtigung endlich Realität wird.

In diesem Sinne: Einen schönen Welt-Frauentag.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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