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Kirche in WDR 2 | 22.03.2022 | 05:55 Uhr

unwirklich wirklich

Der russische Panzer bleibt einfach stehen. Ein ukrainisches Auto überholt und fragt die Angreifer: „Was ist los?“ „Uns ist der Sprit ausgegangen“ antworten die Russen. „Sollen wir Euch wieder nach Russland schleppen?“ Dann hört man das Lachen aller und die kurze Szene ist zu Ende. Irreal und ganz wirklich zugleich. Verrückt und sehr vernünftig. Todernst und zum Lachen. Zugleich.

Ich sah diese kurze Szene in einer Nachrichtensendung vor zwei Wochen. Seitdem hat die Gewalt zugenommen, die Unbarmherzigkeit und die Grausamkeit. Raketen töten schutzsuchende Menschen, Kriegsverbrechen – was für ein Wort, als wäre nicht das Wort Krieg bereits der Superlativ von Verbrechen – sind zu beklagen und sollen vor Gericht gebracht werden. Schmerz und Unrecht schreien zum Himmel.

Szenen, wie die mit dem Panzer ohne Sprit und lösendem Lachen wird es in der Ukraine für lange Zeit nicht mehr geben. Gott sei es geklagt!

Das Ego bläht sich auf. Der Wille zur Macht. Das Recht des Stärkeren, bricht die Stärke des Rechts. Die unerkannte Tat der Nacht, trübt jeden Morgen grau.

Schuld nimmt sich Raum.

Ja. Ja. Sie macht mich und Dich zum erwachsenen, verantwortlichen Menschen.

Schuld.

Ja. Sie ist das Zeichen von Würde.

Weil Gott will, dass wir Freie sind.

Freie Menschen. Zu wählen zwischen Gut und Böse. Richtig und falsch. Gewalt und Wort.

Freie Menschen.

Und so wählen Menschen.

Und so ist es eben auch zugleich wahr und wirklich, dass Selbstlosigkeit und Solidarität lebt.

Das das „wir“ stärker ist als ein Ich. Das ein Lichtstrahl der Sonne vorausgeht.

Absurd und verrückt, irreal und ganz wirklich ist es immer.

Als Christ, der an so etwas unwirklich Wirkliches wie die Auferstehung von den Toten glaubt,

habe ich in der Nachfolge Jesu einen klaren Auftrag: Das Unrecht beim Namen zu nennen und zugleich die Feinde, wie Brüder zu lieben, den Schwächeren zu schützen.

Mit der Feindesliebe ist das ja jetzt so eine Sache.

Ich fürchte: Jesus meint das so. Also nicht: Ja und Amen zur bösen Tat, zum Krieg, aber Ja zum Täter, zum Menschen, zum Geschöpf Gottes.

Jesus meint das so.

Ich kann das nicht. Jedenfalls nicht allein. Ohne Jesus, ohne Gottes Hilfe wird das nix mit der Nachfolge in Sachen Feindesliebe.

Wählen können, bedeutet Würde.

Bereitschaft reicht – für den Anfang.

Und Hoffnung auf Licht.

Die Gewalt und der Tod werden nicht das letzte Wort haben.

Ein Wir, das Raum für ein fremdes Ich lässt, wird in Gottes Sonne leuchten.

Das – ist verrückt und vernünftig zugleich.

Christlich eben.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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Abspielen Foto: Michel Buchmann / Wikimedia
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