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Kirche in WDR 2 | 23.03.2022 | 05:55 Uhr

selber leben

Wie geht das jetzt? Ich mein`: Wie geht das jetzt zusammen? Der Krieg in der Ukraine und das eigene Leben hier?


Wie geht das zusammen: Bilder von Tod und Zerstörung, von Neugeborenen In Kellern, von Toten unter Schutt, von verzweifelten Menschen auf der Flucht und mein Leben in der Sahne hier. Ja. Ok. Auch hier lebt nicht jede und jeder in der Sahne, aber doch ziemlich sicher und relativ gut versorgt. Also: Wie geht das?


Wie gut darf ich leben, angesichts von Grausamkeit, Gewalt und Tod? Was für eine Frage um die Uhrzeit – denken Sie vielleicht. Nur – sie ist ja da. Die Frage. In vielen Köpfen und Herzen.

In einem unbestimmt fremd bedrückenden Gefühl von: ES IST JETZT ALLES ANDERS.

Obwohl alles ist wie sonst. Die Sonne scheint an guten Tagen, der Bäcker verkauft Brötchen, Menschen fahren zur Arbeit, die ist, wie sie ist.

Heute fragt mich ein Freund: wie geht es Dir?

Und ich sage ehrlich: Sehr gut. UND es ist Krieg in Europa.

Das heißt: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und ich fühle Ohnmacht, Wut und Scham angesichts des nahen Krieges. Und Angst.


Wie in Schockwellen steigt in mein Herz, was ja kein neuer Gedanke ist: alles ziemlich filigran. Alles ziemlich zerbrechlich und so gar nicht selbstverständlich: mein Leben in Frieden und Freiheit und Sicherheit. Das weiß man ja. Nur – gefühlt ist das doch noch mal ganz anders als gedacht. Luxusgedanken. Drängt sich mir auf – angesichts der Menschen, die JETZT um ihr Leben kämpfen. Nee, nee. Von wegen Luxusgedanken. Und Scham wegen Frieden und gutem Leben und so: Es ist wie es ist. Antidepressiva sind hier jetzt nicht die Alternative.


Also: wie geht das zusammen? Die Bilder und das Wissen vom Krieg und das gute Leben hier? Sowohl, als auch. Ich glaube: Es geht darum zu akzeptieren, dass die Geschichte von Kain und Abel nicht alt ist, sondern tagesaktuell sozusagen, - immer. Zu akzeptieren, dass es zur Wirklichkeit gehört, dass der Bruder den Bruder erschlägt. Zu akzeptieren, dass ich Opfer und Täter sein kann. Das also das sogenannte Fremde, Andere, neudeutsch: „Verstörende“, eine reale Möglichkeit ist. Mit anderen Worten: Das ICH sterben werde. Nicht nur die sogenannten Anderen. Nein. Das ist nicht alles.

Es gibt in Gottes Namen Entwicklung. Unsagbar viele großartige Dinge sind im Lauf der Menschheitsgeschichte besser geworden.

Dabei habe ich noch nicht mal von der Liebe gesprochen.

Wenn Jesus am Kreuz stirbt ist er tot. Ganz und gar. Ich glaube an die Auferstehung, die Grenzüberschreitung, an das Wunder.

Jesus sagt: Ich lebe und ihr sollt es auch. Von schlecht war nicht die Rede. Von solidarisch schon. Also: feiern und fasten, danken und klagen. Spenden, helfen, stellvertretend hoffen und vor allen Dingen: beten.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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Abspielen Foto: Michel Buchmann / Wikimedia
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