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Hörmal | 17.04.2022 | 07:45 Uhr

Unsterbliche Seele?

Die Seele – fragen Sie sich eigentlich auch manchmal, was das eigentlich ist? Sie begegnet einem ja ständig. Gesunde Ernährung ist angeblich „Futter für die Seele“. Ein besonders empfindsamer Mensch ist ein „Seelchen“. Als Pfarrer bin ich ein „Seelsorger“. Und manche glauben, dass die Seele unsterblich ist.

In einem Chatforum fragt eine gute Seele: „Ein neuer Mitarbeiter wurde mir vorgestellt. Der Kollege sagte: Ich sei die ‚Gute Seele des Hauses‘. Wie würdet Ihr das auffassen? War das ein Kompliment? Oder eher nicht?“

Der Erste antwortet vorsichtig: „Naja... hehe... ein gespaltener Begriff. Kann sein, dass der Neue jetzt denkt: Mit dummen Fragen kann er immer zu dir kommen. Du bist dir für nichts zu schade. Andere antworten ganz positiv: „Das bedeutet ja sozusagen ohne Dich läuft der Laden nicht! Durch deine ausgleichende Art, Deine Hilfsbereitschaft und Deine Berufserfahrung sorgst Du dafür, dass der Arbeitsalltag für alle weniger stressig ist.“

„Die gute Seele des Hauses“ – das hat auf jeden Fall mit Gefühlen zu tun. Mit Lebendigkeit. Und dass da jemand ist, der den Betrieb zusammenhält. So ähnlich stelle ich mir auch die Seele des Menschen vor. Mein Haus, das ist mein Körper. Ein ziemlich komplizierter Betrieb. Mit vielen Abteilungen und Aufgaben. Ein Geflecht aus Organen, Nerven und Hormonen. Und in diesem Körper gibt es etwas, das man nicht anfassen kann. Das nicht mal unter dem Mikroskop sichtbar wird. Das ist sozusagen „die gute Seele des Hauses“. Ohne die der Laden nicht läuft. Gefühle haben. Beziehungen. Hektik und Stress verarbeiten. Konflikte wahrnehmen und ausgleichen. Das alles kann die Seele. Und dabei gerät sie nicht selten an ihre Grenzen.

Aber ist sie deshalb unsterblich? Ich habe da meine Zweifel. Wenn ich einen verstorbenen Menschen sehe, dann ist da nur der tote Körper. Keine lebendige Seele mehr. Man könnte meinen: Die Seele hat ihn verlassen und ist jetzt woanders. Aber ich glaube: Gerade das ist der Tod. Dass die Seele eines Menschen am Ende ist. Mit dem Tod hat sie aufgehört, zu sein. So, wie das Herz aufgehört hat, zu schlagen.

Trotzdem glaube ich, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Gott hat diese wundervolle Welt ins Leben gerufen. Er kann auch neues Leben schaffen, wenn alles am Ende ist. Am Ostersonntag hat er das an Jesus gezeigt. Jesus war ganz tot. Sein Körper und seine Seele. Aber am Ostertag haben Menschen wahrgenommen, dass er lebt. Ich setze meine Hoffnung nicht darauf, dass meine Seele unsterblich ist. Sondern ich vertraue darauf, dass Gott meine Seele neu belebt. In einem Körper aus Licht.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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