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Kirche in WDR 2 | 04.07.2022 | 05:55 Uhr

Das Universum, meine große Liebe

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Tja. Und seit einigen Wochen, da gibt es ein Lied, das höre ich fast jeden Tag. Die wunderbare Kölner Band Erdmöbel hat das geschrieben. Es ist einer von vielen großen Songs aus ihrem neuen Album „Guten Morgen, Raggazzi!“ Und dieser Song ist deswegen so wunderbar, weil er textlich und musikalisch so eine großartige Melange ist aus tiefer Melancholie, Ironie und überbordender Freude am Fabulieren. Der Refrain gefällt mir besonders, und der geht so:

„Das Universum ist meine große Liebe. Und die Physik verehre ich wie meine Mutter. Hab sie nur kurz gekannt. Sie hinterließ mir so ein warmes Gefühl für den leeren Raum. Für das Vakuum.“

Heute ist Montag, ich habe das Lied wieder gehört. Und vielleicht klingt es heute besonders lange in meinem Kopf nach, weil ich Urlaub habe. Ich sitze an einem wunderbaren Ort mitten in der Lüneburger Heide. Und da ist es so wunderbar einsam. Nur der Blick auf einen stillen Badeteich. Eine Kaffeetasse. In der Ferne wiehern die Pferde.
Ramina, unser Pferd ist auch darunter. Und da steigt es auf, dieses warme beglückende Gefühl für den leeren Raum, dieses Gefühl, was sich in diesen Tagen immer häufiger meldet.

Und nach ein paar Tagen in diesem leeren Raum am gefühlten Ende der Welt, da ist meine Welt so wohltuend leer geworden, dass da wieder Platz ist für das, was fehlt, wovon es zu wenig gibt in der Welt. Und wovon es dringend mehr geben sollte. Also:

Ich wünsche der Welt dringend mehr wunderbare Musiker wie Ekki Maas und Markus Berges von den Erdmöbeln. Sie finden mit großer Begeisterung und kauziger Verstiegenheit Lieder für ihr Erstaunen über das, was die unendliche Weite des Universums bereit hält. Das sind unglaublich warme und bisweilen auch sehr witzige Sätze und Melodien. Ich wünsche der Welt dringend mehr Menschen, die sich von schöner Musik verzaubern und im Innern anrühren lassen. Ich wünsche der Welt mehr Menschen, die ihr Herz für Tiere öffnen. Sie nicht mehr gedankenlos ausnutzen und denken, das sind ja nur Maschinen, die mir zu Diensten sind. Ich wünsche der Welt mehr Wasserläufer – und vor allem Libellen. Ihre zerbrechlichen schillernden Körper und ihre unfassbar langen Flügel, mit denen sie über das Wasser tänzeln sind unglaublich schön. Ich wünsche ihr mehr von dem Wiegen, wie es die Bäume tun, wenn der Sommerwind durch ihre Kronen fährt. Überhaupt: der Sommerwind. Ich wünsche der Welt mehr Menschen, die sich mit geschlossenen Augen in den Sommerwind stellen und spüren, wie die weiche Luft ihr Gesicht umarmt. Ich wünsche mehr Holunderduft. Mehr vom Geschmack weicher Rosinenbrötchen. Mehr augenblickliches stilles Glück. Mehr von den sprudelnden Blicken, die sagen: Schön, dass es dich gibt. Mehr vom Erzählen und Staunen über das Universum, dass doch meine große Liebe ist. Und deine doch auch. Nicht nur im Urlaub im leeren Raum. Und nicht nur an diesem Montagmorgen.

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