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Kirche in WDR 2 | 28.09.2022 | 05:55 Uhr

Zwischen Suppe und Kartoffeln

„Als wären wir hier verabredet“. Diesen Eindruck hatte ich ab Tag eins meiner Auszeit in diesem Sommer. Ich war für drei Wochen im Kloster Arenberg: schweigen, beten, schwimmen, laufen, wieder beten. So mein Plan. Oder besser: Meine Hoffnung. Denn es ist nicht so, dass das mit dem Beten für mich als Frau von Kirche ein Selbstläufer ist. Dass ich mich Gott automatisch nahe fühle, wenn ich das Kreuzzeichen gemacht oder die Kerze vor mir angezündet habe. Auch wenn ich in den Gottesdienst gehe, ist es mitunter so, dass ich an alles Mögliche denke und am Ende kaum sagen kann, welches Evangelium gelesen, geschweige denn, worüber gepredigt wurde. Mich Gott nahe zu fühlen, kann ich nicht herstellen. Und als Geistliche Begleiterin weiß ich, dass es Vielen so geht. Kennen wir ja auch von den rein menschlichen Beziehungen – zwei können in einem Raum sitzen, miteinander reden und dennoch stellt sich dieses Gefühl von Verbundenheit nicht ein.

Zu gern würde ich Ihnen verraten, was dazu geführt hat, dass es in diesem Sommer im Kloster Arenberg so anders für mich war. Dass ich drei Wochen am Stück dieses „Da bist du Ja-Gefühl“ hatte und jederzeit leicht und tief beten konnte. Ich weiß es nicht.

Beim Kofferpacken nach der Schweige-Auszeit hatte ich echten Abschiedsschmerz. Weil ich dachte: Das mit Gott und mir, das wird jetzt wieder anders. Wenn ich erstmal wieder rede, lese, arbeite. Das wird jetzt wieder komplizierter. Ist es aber nicht. Bisher nicht. Er ist mitgekommen in meine wieder lautere, umtriebige Alltagswelt. Beziehungsweise, ich habe ihn mitkommen lassen.

Mit dem Beten mache ich es jetzt wie in diesen drei Klosterwochen: Da ich davon ausgehe, dass er ohnehin immer da ist, lasse ich die Kerze weg und alle Gesten und Gebetsworte. Ich fange einfach an zu sprechen, wenn ich ihm was zu sagen habe.

Vielleicht kennen Sie das auch, wenn man mit vertrauten Menschen in einem Haus ist. Jeder macht sein Ding aber man weiß: Der andere ist da. Und wenn es was zu sagen gibt, dann muss ich das nicht groß einleiten, ich kann einfach sagen, was mir gerade durch den Kopf geht. Und dann kann es sein, dass jeder wieder schweigend sein Ding macht. Und die Antwort viel später kommt, weil der andere erstmal nachgedacht hat. Alles Warten, alles Reden, alles Schweigen darf sein. So ist das zurzeit auch mit meinem Beten. Gott ist sozusagen zum Mitbewohner meines Alltags geworden. Das fühlt sich gerade ziemlich gut an. Vertraut und unkompliziert.

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