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Kirche in WDR 2 | 01.09.2022 | 05:55 Uhr

Hochwürden

„Hochwürden“ – das ist eine alte Anredeform für Priester. … „Hochwürden“.
Und obwohl ich katholisch bin: Ich finde diesen Titel ausgesprochen heikel und extrem gefährlich. Denn der Titel Hochwürden legt ja nahe, dass es auch so etwas wie „Tief-Würden“ gibt, dass es also Menschen gibt, deren Würde tiefer oder „irgendwie geringer“ einzuschätzen ist als eben die Würde der Menschen, die Hochwürden genannt werden.
Doris Wagner ist eine ehemalige Ordensschwester. In ihrem Buch „Nicht mehr ich – die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“ beschreibt sie, dass sie von einem Priester vergewaltigt wurde und dass sie einem unvorstellbar menschenverachtenden, grausamen und demütigenden Verhalten innerhalb der Kirche ausgesetzt war. Sie sagt in einem Interview: „Sobald die Augenhöhe in einem zwischenmenschlichen Kontakt fehlt, wird eben dieser Kontakt dafür anfällig, dass es Missbrauch gibt.“
Und nicht nur sexuellen Missbrauch, sondern eben auch geistlichen und spirituellen Missbrauch. Sobald da jemand denkt, etwas Besseres zu sein, eben eine irgendwie würdigere oder wichtigere oder wertvollere Person zu sein, dann öffnet sich für diesen Menschen eine Tür. Und die kann ihn zu brutalstem und menschenverachtendstem Verhalten führen, das er dann auch noch aus seiner Vorstellung einer höheren Würde heraus ableiten und rechtfertigen kann.
Dr. Doris Wagner – mittlerweile ist sie verheiratet – ist Theologin und Philosophin, das heißt, das Thema Spiritualität und Glaube hat für sie eine sehr große Bedeutung! Sie meint: die katholische Kirche muss sich auf eine Logik der Liebe, der Wertschätzung und der Gleichheit aller Menschen verpflichten und muss dagegen die Logik der Autorität und der Unterordnung und der Monarchie-Verliebtheit ein für alle Mal über Bord werfen. Dann und nur dann wird die Kirche auch in der Zukunft ihre eigentliche Aufgabe erfüllen können: nämlich, den Menschen zu dienen und ihnen Hilfestellung zu geben, ein Bewusstsein für die großartige und unverletzbare, unendliche Würde zu stärken, die gleichermaßen jeder hat, anstatt sie mit Füßen zu treten.
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