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Kirche in WDR 2 | 20.09.2022 | 05:55 Uhr

Auswildern

«Tiere in Gefangenschaft sind besser ausgewildert worden, als die Bürger der ehemaligen DDR, nach dem Fall der Mauer.»

Sagt die Filmemacherin Kathleen Witt. Und spricht aus eigener Erfahrung. Von dem Schock sich als Jugendliche plötzlich aus «dem Osten» in »dem Westen» wiederzufinden.

Fremd. Verwirrend. Ausgewildert. Auswildern. Heisst ja: Tiere, die - aus welchen Gründen auch immer – in Gefangenschaft leben mussten, werden in einem langsamen Prozess an das Leben in Freiheit gewöhnt. Mindestens zwei Dinge finde ich in dem Bild bemerkenswert.


Erstens: Scheint ja völlig klar und selbstverständlich zu sein, dass sogenannte wilde Tiere, die Freiheit brauchen. In Freiheit zu leben, ist sozusagen ihre natürliche Umgebung.

Und zweitens: Das so ein Weg von der Gefangenschaft in die Freiheit ein Prozess ist. Das Langsamkeit hierbei offensichtlich eine gute Idee ist. Und: Dass das etwas mit Übung zu tun hat. Das Freiheit zu üben ist.


Weil Frau oder Mann oder Tier sie verlernt hat. Ja, ja. Ich weiß, in einem Alltag voller Nöte und Zwänge: große Worte. Und es ist natürlich auch komplizierter. Im besten Fall schützt das Gehege das Tier; das Gefängnis die Gesellschaft und den Gefangenen vor sich selbst, usw.

Die Frage ist nur: Was ist das Ziel von Begrenzung? Und: Wie geht das mit dem Übergang?

Weil: Einhundert Prozent gibt es auf dieser Welt nicht: Es gibt keine totale Gefangenschaft und keine totale Freiheit. Es gibt Verhältnisse, Gewichtungen: Auch im Knast. Auch in der damaligen DDR hat es sie gegeben. Auch in der BRD gibt es sie heute. Und auch in der Idee vom eigenen Leben Also: Wie geht das mit dem jeweiligen Auswildern?


Langsam ist offensichtlich eine gute Idee. Behutsam. Indem ich es übe. Frei zu sein. Zum Beispiel. Mich wie ein freier Mensch zu verhalten. Kein Problem? Ach, echt jetzt?

Eben. Ja, klar. Zwänge sind Zwänge.


Im Brief an die Galater schreibt Paulus: Christus hat uns befreit, damit wir endgültig frei sind. Bleibt also standhaft und unterwerft euch nicht wieder dem Joch der Sklaverei. (Gal.5)

Mal angenommen, das wäre so – was ich glaube – dann heißt das ja: Ich bin schon frei – jetzt. Ausgewildert sozusagen. Will ich das? Von meiner Freiheit träumen ist ja das Eine, aber so in echt … Behutsamer Mut ist das Motto. Von schnell ist nicht die Rede.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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