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Hörmal | 30.10.2022 | 07:45 Uhr

Halloween und Reformationstag – passt!

Ein paar Jahre habe ich es erfolgreich geschafft, das Thema Halloween von unserem evangelischen Pfarrhaus fernzuhalten. Und das, obwohl unsere Kinder es lieben, sich zu verkleiden. Sie ahnen es wahrscheinlich längst: Irgendwann hat sich das geändert. Und unsere Kinder haben angefangen, sich als Vampire zurecht zu machen und sind mit den Nachbarskindern um die Häuser gezogen. Was soll ich sagen? Ich bin natürlich mitgegangen. Halloween statt Reformationstag. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, habe ich die Kinder in gebührendem Abstand begleitet.

Morgen ist es wieder so weit: Halloween. Und Reformationstag. Auf den ersten Blick könnten diese beiden Feste nicht unterschiedlicher sein. Schaut man jedoch etwas genauer hin, dann gibt es sogar Gemeinsamkeiten. In der Halloween-Legende klopft der Bösewicht Jack O´Lantern nach seinem Tod an die Himmelspforte. Und wird prompt abgewiesen! Selbst die Türen der Hölle werden dem Mann vor der Nase zugeschlagen. Seitdem irrlichtert er rastlos durch das Dunkel zwischen Himmel und Erde.
Martin Luther, an den wir uns am Reformationstag erinnern, hat genau davor Zeit seines Lebens Angst gehabt: Dass ihm die Himmelstür versperrt bleibt. „Wie kann ich Gott so gnädig stimmen, dass mir Hölle und Teufel erspart bleiben?“ „Wie muss ich leben, damit die dunklen Seiten und bösen Mächte mein Leben nicht bestimmen?“ Fragen, die Martin Luther sein ganzes Leben beschäftigt und umgetrieben haben.


Antworten auf diese Fragen gibt es viele. An Halloween wird versucht, dem Bösen mit schrecklichen Fratzen und Kürbislicht zu begegnen. Die Kirche des Mittelalters hatte ihre ganz eigenen Antworten: Wer sich einen Platz im Himmel schon zu Lebzeiten verdienen wollte, der konnte das durch einen beherzten Griff in den eigenen Geldbeutel tun. Martin Luther hat das nicht gepasst. Das Ablasswesen. Stattdessen hat er gefastet, gebetet, die Bibel studiert und seinen Körper kasteit. Aber wirklich sicher ist er sich nie gewesen. Reicht das? Ist es genug? Irgendwann beim Bibellesen hat es aber bei Martin „klick“ gemacht: Wenn ich auf Jesus Christus vertraue, muss ich mich nicht freikaufen. Freiglauben reicht.

Diese Erkenntnis von Martin leuchtet bis heute. Und gibt vielen Menschen Kraft und Zuversicht im Leben und im Sterben. Ich kann und muss mir einen Platz in Gottes Nähe nicht verdienen. Gott kennt auch meine dunklen Seiten. Ich kann ihm nichts vormachen. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – kann ich darauf vertrauen, dass sich eines Tages die Himmelstür für mich öffnet.


Bis dahin öffne ich auch an Halloween gerne die Tür unseres Pfarrhauses und freue mich über die kleinen Vampire.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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