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Kirche in WDR 2 | 12.11.2022 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung

Der 13jährige Johann wird morgens wach. Eine Lateinarbeit steht an in der Schule. Aber die wird er heute nicht schreiben. Seine Mutter, Kathrin sitzt an seinem Bett.

Johann, wir müssen jetzt gemeinsam ein Abenteuer bestehen!

Jan Philipp, Johanns Vater, ist in der Nacht entführt worden. Und Kathrin, seine Frau, muss es dem Jungen beibringen.

Gestern Nacht, als ich gemerkt habe, dass er nicht hier ist, habe ich versucht, ihn drüben anzurufen. Aber er ist nicht rangegangen. Irgendwann bin ich dann rüber zum Haus, aber es war alles dunkel. Ich bin wieder zurück. Und du bist kurz wachgeworden. Ich bin dann noch mal rüber. Und erst dann habe ich gesehen, dass da ein Zettel lag auf der kleinen Mauer am Eingang.

Hans-Christian Schmid hat die Geschichte der Entführung von Jan Philipp Reemtsma verfilmt.
Es war ein spektakuläres Medienereignis, damals, im Frühjahr 1996. »Wir sind dann wohl die Angehörigen« heißt der Film, der gerade im Kino läuft. Er schildert die Ereignisse aus der Sicht von Kathrin und Johann. Sie erleben, wie die Polizei in ihr Haus kommt und auf einmal ihr Leben bestimmt.

Wir zeichnen alle Anrufe ohne Ausnahme auf. Und der Zeitraum wäre bis Ihr Mann frei und in Sicherheit ist. Ihre gesamte Post fangen wir ab. Das verschafft uns einen Zeitvorteil. Wir müssen also nicht abwarten, bis die Poststücke ausgetragen sind. Wir öffnen die Briefe nicht, bei denen sie uns Adressen von Verwandten, Freunden usw. gegeben haben.

20 Millionen D-Mark wollen die Entführer haben. Und die Familie ist bereit, zu bezahlen.
Aber mehrere Geldübergaben scheitern. Die Polizei macht entscheidende Fehler. Genauso wie ein befreundeter Rechtsanwalt. Für Kathrin und Johann sind es 33 Tage voller Angst. Die Nerven liegen blank. Auch beim Entführungsopfer Jan Philipp. In einem Brief schildert er seine Not.

Liebe Kathrin, ich weiß nicht, was Ihr tut. Die Geldübergabe ist gescheitert. Niemand ist gekommen. Die Stimmung hat sich radikal verschlechtert. Sie haben gedroht, es könne hier noch Monate so weitergehen und sie würden mir einen Finger abschneiden. Ich halte das nicht für leere Drohungen. Bitte, Kathrin, glaub mir und hilf mir! Jetzt! Zögere es nicht weiter hinaus! Ich liebe Dich! Hilf mir! Ich habe Angst und kann nicht mehr! Jan Philipp.

Auch Johanns Welt gerät ins Wanken. Sein Verhältnis zum übermächtigen Vater war angespannt. Jetzt hat er Angst, ihn zu verlieren.

Ich habe vorher nicht gewusst, was Angst ist. Und was sie mit einem macht. Vorher habe ich gedacht, Ihr seid ja sowieso da und passt auf mich auf.

Auch ich habe manchmal Angst, Menschen zu verlieren. Nicht durch Entführung, sondern weil sie verunglücken. Oder krank werden. Oder einfach verschwinden. Diese Angst ist vielleicht irrational, aber sie ist menschlich. Und ich will gar nicht versuchen, sie zu verdrängen oder kleinzureden. Aber diese Angst kann mich auch dankbar machen. Dafür, dass es diese Menschen gibt. Heute. Und hoffentlich auch morgen.


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