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Hörmal | 06.11.2022 | 07:45 Uhr

Themenwoche: Wir

„Wir gesucht!“ Heute startet die ARD-Themenwoche. Und mit diesem Titel trifft die ARD einen wichtigen gesellschaftlichen Nerv. Es geht dabei nämlich um mich und die anderen und um das, was uns zusammenhält! Denn das „Wir“ in der Gesellschaft steht unter einem Dauerstresstest, der jeden einzelnen zu überfordern scheint. Ich nenne einmal drei Beispiele:

Da ist seit Jahrzehnten der Klimawandel. Ich erinnere mich noch an die Bilder aus den frühen 1980er Jahren: Blattlose Bäume zeigten das Waldsterben und sagten eine Katastrophe innerhalb der nahen Zukunft voraus. Zwar sind nicht alle Wälder in Deutschland kahl, aber fahren Sie mal zum Brocken, im Harz. Wie es da ausschaut. Und dann Überschwemmungen wie im Ahrtal und im Sauerland vor gut einem Jahr: Das zehrt bis heute an den Nerven nicht nur der Menschen, die mit der Flut vieles und z.T. alles verloren haben.

Dann hat das „Wir“ in der Gesellschaft seit zwei Jahren Corona. Sie wissen alle selbst, wie das unseren Lebensstil verändert hat: Ich sage nur Lockdown und Maskenpflicht.

Und dann bricht in diesem Jahr noch der Ukrainekrieg im Osten Europas aus. Vielleicht waren die meisten Menschen in Europa zu naiv, dass sie eine solche Bedrohung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr für möglich hielten. Jetzt hat uns längst eine bedrohliche Realität eingeholt. Müssen wir auf unseren gewohnten Lebensstil verzichten? Müssen wir sparsamer leben? Wer kann und will dann noch Rücksicht üben, damit unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht zwischen arm und reich, zwischen sozial Schwachen und Starken.

Aber das sind nur die großen Themen, die den gesellschaftlichen Dauerstress aus meiner Sicht aktuell ausmachen. Dazu kommen die vielen Einzelschicksale, wenn Menschen erkranken oder sterben, ihren Beruf verlieren oder unter die Armutsgrenze fallen.

Um es gleich zu sagen: Ich habe kein Patentrezept, um das „wir“ zu finden, nicht die große gesellschaftspolitische Lösung, die hilft, uns zusammenzuhalten und den Dauerstress zu bestehen.

Aber „wir“ meint ja „ich“ und „die anderen“. Und da ich nichts sagen will darüber, was die anderen tun sollen, richtet sich mein Fokus auf das „ich“, also auf „mich“ und was „ich“ tun kann.

Dabei helfen mir zwei Gedanken des großen christlichen Theologen Augustinus, der in meinem Orden eine wichtige Rolle spielt. Augustinus hat die Lebensregel geschrieben, nach der wir im Kloster, hier in Duisburg-Hamborn, versuchen zusammenzuleben.

Augustinus sagt zum einen etwas Wichtiges über das ich: Er sagt, dass niemand sich etwas auf sich selbst einbilden kann, weil jeder Mensch sich doch anderen verdankt. Das macht bescheiden, dankbar und entlastet zugleich, denn: Ich kann nicht alles und kann umgekehrt auch nicht nichts. Und ich bin nicht für alles verantwortlich, sondern nur für das, was im Rahmen meiner Möglichkeiten steht.

Und diesen Rahmen, den benennt Augustinus auch und das wäre der zweite Gedanke. So schreibt er: „Niemand möge bei seiner Arbeit auf seinen persönlichen Vorteil bedacht sein, sondern alles geschehe im Dienst der Gemeinschaft.“

Wenn die ARD in dieser Woche das „Wir“ sucht, dann können diese beiden Gedanken vielleicht helfen: Ich verdanke mich immer anderen und muss deswegen auch nicht alles alleine schaffen. Und: das Gemeinsame über das Eigene zu stellen – das weist allem Tun die richtige Richtung.

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