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Hörmal | 27.11.2022 | 07:45 Uhr

Erwartungen

Zum Advent gehören ganz einfache Sachen wie Plätzchen, Glühwein und Weihnachtsmarkt. Das steigert meine Vorfreude auf Weihnachten und meine Erwartungen. Es sind aber auch speziellere Dinge wie ein Adventskranz, ein Adventskalender, Tannengrün und nicht zu vergessen: Adventslieder wie „Wir sagen euch an, den lieben Advent“, „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Macht hoch die Tür“. Und dann ist da alle Jahre wieder die Erwartung von Geschenken, nicht nur für mich, sondern auch für andere: Womit kann ich wem zu Weihnachten eine Freude machen?

Auch wenn manche Weihnachtsmärkte schon seit einiger Zeit laufen und auch die Geschäfte längst auf Weihnachten eingestellt sind, für mich fängt all das erst heute so richtig an, mit dem ersten Advent. Und das heißt auch, ich muss einiges vorbereiten, damit Weihnachten ein Fest werden kann, damit sich Erwartungen erfüllen – bei mir wie bei anderen. Dabei geht es mir jetzt im Advent nicht nur um eine schöne Stimmung auf Weihnachten hin, sondern auch um einen christlichen Gedanken: Wie bereite ich mich auf das Fest vor, an dem Gott auf die Welt gekommen ist, um das Leben mit uns Menschen zu teilen?

Gerade was die Erwartungen auf ein schönes Fest und eine sorgenfreie Stimmung angeht, tue ich mich in diesem Jahr allerdings besonders schwer. Das hängt vor allem mit der gesellschaftlichen und politischen Lage zusammen. Seit zweieinhalb Jahren sorgt das Corona-Virus für Einschränkungen im alltäglichen Leben. Kontaktbeschränkungen haben Besuche erschwert und verringert. Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine mit seinen weitreichenden Konsequenzen. Nicht nur, dass in Osteuropa sinnlos Menschen sterben müssen. Auch wir bekommen diesen Krieg zu spüren: Alles wird teurer, die Energiekosten explodieren, und selbst die Preise für einfache Lebensmittel sind sprunghaft angestiegen. Viele Menschen haben inzwischen die Sorge, unter die Armutsgrenze zu fallen. Und dann kam noch die Nachricht vor wenigen Tagen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, es könnte im Januar oder Februar Stromabschaltungen geben. Da wurde zwar schnell zurückgerudert und gesagt, Deutschland sei sehr gut abgesichert. Aber erschrocken habe ich mich doch. Und meine bisherige Erwartung habe ich revidiert. Selbst hier in Deutschland geht das Leben mit gesicherten Lebensbedingungen und einer stabilen Grundversorgung nicht mehr so einfach weiter. Vieles ist nicht mehr so selbstverständlich wie bisher. Und der Hinweis, der oft zu hören ist, ist doch berechtigt: Schraub deine Erwartungen herunter. Aber genau das ist nicht so einfach. Denn das bedeutet in der Konsequenz, ich muss mein Leben ändern: Heizung runterdrehen und zweiten Pullover an. Beim Einkaufen überlegen: Was brauche ich wirklich?

Auch wenn ich mich zukünftig mehr einschränken muss und meine Erwartungen sinnvollerweise herunterschraube: Da sind doch zwei Erwartungen, die ich nicht aufgeben will. Erstens: Ich erwarte, dass Gott zu seiner Zusage von Weihnachten steht, das Leben mit uns Menschen zu teilen.

Und zweitens die Erwartung: Jeder Mensch kann selbst etwas dazu beitragen, dass das Leben besser wird. Und das fängt da an, wo mich das Leben meines Gegenübers nicht gleichgültig lässt, sondern ich mich frage: Was kann ich dir Gutes tun – und das muss kein teures Geschenk sein. Ich bin mir sicher: Mit diesen Erwartungen kann gut Weihnachten werden.

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