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Kirche in WDR 2 | 05.12.2022 | 05:55 Uhr

Matthes legt gewiss was drauf

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Aber morgen ist ja schon wieder ein bisschen Feiertag. Denn heute Abend heißt es: Schuhe ausziehen und ab damit vor die Tür! Denn in der kommenden Nacht, da kommt der Nikolaus. Und der heißt in diesem Jahr eigentlich Matthias. Finde ich jedenfalls. Warum, das erzähle ich jetzt.

Ich habe Matthias vor ein paar Monaten kennen gelernt. Da habe ich seine Mutter beerdigt. Wir haben uns in einem Café getroffen. Und Matthias hat viel von dieser wirklich wunderbaren Frau erzählt. Und wie nebenbei auch viel über sich selbst. Bleibt ja nicht aus. Und ich habe gestaunt und gestaunt, wie viel alles in ein Leben hineinpasst. Denn Matthias war Realschüler, Bürokaufmannslehrling, Abendgymnasiast, er hat als Gärtner gearbeitet, als Hausmeister, hat Flügelhorn gelernt, die dicke Trommel geschlagen, in einer Psychatrie gearbeitet, ist in ein Kloster eingetreten, ist wieder ausgetreten, hat Soziologie und Jura studiert, war Verwaltungsleiter in einem Altersheim, Standup-Comedian, er hat eine Kochlehre angefangen, unterbrochen und zu Ende gemacht. Inzwischen arbeitet er lange Jahre als Koch. Er hat in einer Konzerthalle gekocht, in Hotels, Restaurants und kocht inzwischen hauptsächlich für Kantinen. Ich wette, für Sie hat er auch schon mal gekocht. Was das mit Nikolaus zu tun hat? Kommt jetzt.

Neulich hat Matthias im Internet etwas Wunderbares gepostet. Er hat nämlich erzählt, was er am Wochenende macht. Wenn andere samstags raus gehen und sich vergnügen, beginnt für ihn ein Vergnügen eigener Art. Dann kocht er nämlich für die Menschen in seinem Haus. Für die, die das nicht mehr selbst können. „Bis zum Abend ist alles fertig“, hat er im Internet geschrieben, „und ich kann das Essen teilen. Mit meinen Seniorennachbarn. Diesen Samstag gibt es für Frau Schmitz Boef Stroganoff und Rinderrouladen nach Hausfrauenart. Ich bin dann mal weg – in der Küche.“

Jeden Samstag bringt Matthias also seinen Nachbarn frisch gekochtes Essen. Reibekuchen mit Dillrand. Lachssteak an Safranrahm. Kräutergnocci. Oder bunten Salat an Hibiskus-Chili-Dressling. Dann stell ich den Teller auf, Matthes legt gewiss was drauf. Jeden Samstag Nikolaustag. Ist das nicht wundervoll? Als ich das gelesen habe, da habe ich Matthias gesagt, dass ich beim nächsten Mal im Radio davon erzählen werde. Warum? Weil das Hoffnung macht. Denn es gibt viele Menschen wie Matthias. Viele Menschen, die jeden Tag, sommers wie winters, auf dem Land und in der Stadt leere Teller vollmachen und auch an leeren Stiefeln nicht vorübergehen. Ich denke an die Leseopas und Leseomas in der Schule. Ich denke an Hortmar und Petra, die in Dormagen die „Rheinperle“ gegründet haben, ein Seniorenheim für Hunde, und dort die Tiere aufnehmen, die für Menschen auf einmal zur Last werden. Ich denke an Ralf, der neulich beim Kirchenasyl für Hamud alles gegeben hat, damit der junge Mann in Deutschland bleiben darf. An tolle Typen wie Michael, der in Köln die Falken zählt und überlegt, wie sie auch in der Stadt gut leben können. Matthias, Michael, sie alle – sie machen quasi Nikolaus forever. Und ich finde, das ist gut für die Welt, finden Sie nicht? Nicht nur am Nikolaustag. Und nicht nur an diesem Montagmorgen.


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