Aktuelles

Beiträge auf: wdr2 

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 03.11.2022 | 05:55 Uhr

Iran

Kurze Videos sind es. Mit dem Handy aufgenommen. Menschen werden zusammengeschlagen. Und dann: Mutige Frauen und Männer demonstrieren trotzdem weiter. Gemeinsam. Sie wehren sich gegen die eigene Regierung, die die Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger niederknüppelt, zu ersticken versucht. Es sind Videos aus dem Iran. Seit Wochen werden sie verbreitet. Und so weit weg der Iran ist, in Bonn ist er uns sehr nah.


Wir haben eine größere Gruppe iranischer Christinnen und Christen in unserer Stadt. Sie haben uns angesprochen: Betet mit uns. – Hilft das? habe ich mich gefragt. Aber sie sagen: Ja, unbedingt, und bitte auch gemeinsam.


Wir versammeln uns öffentlich vor unserer Kirche und sprechen ein Gebet. Einer hat Psalm 2 ausgesucht: ein uraltes Gebet aus der Bibel-Text, 2.500 Jahre vielleicht. Da geht es um die Mächtigen der Welt, die „Könige der Erde“, die nicht erkennen wollen, was dem Leben guttut und stattdessen Menschen nur Elend und Gewalt aufzwingen.


Wie aktuell klingt dieser alte Gebets-Text! Er ist eine Anklage an alle Mächtigen, die ihre Macht missbrauchen. Eine Anklage an die, die doch eigentlich dafür da sind, das Zusammenleben in einem Land oder einer Stadt zu sichern und zu stärken. Eine Anklage an eine politische Führung, die nur daran interessiert ist, wie sie die eigene Macht erhalten kann. Ohne Rücksicht auf Verluste.


Im Iran wie überall auf der Welt. In diesen Monaten passt das Gebet für mich genauso auch zu der Klage über den russischen Kriegsterror in der Ukraine.


„Aber der im Himmel wohnt“, so heißt es in dem alten Gebet, „der im Himmel wohnt, lacht über sie, und Gott, der Herr, spottet über sie.“ Was für eine Botschaft! Die Tyrannen und Diktatoren der Welt – von Gott ausgelacht. Von ihm in ihrer ganzen Dürftigkeit entlarvt und enttarnt. Gott lacht über sie! Wie treffend, gerade dann, wenn sich diese Herrschenden auch noch so selbstgerecht auf Gott berufen.


Der Bibeltext hat Mutmachworte für uns: Hören wir nicht auf mit der Sehnsucht, dass sich Frieden, Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen durchsetzen. Ein Mutmachwort hineingesprochen in das Schreien der Inhaftierten, das Weinen über die Todesopfer.


Von unseren Iranerinnen und Iranern in Bonn können da inzwischen fast alle eine Geschichte erzählen. „Wir haben große Angst um unsere Familien und Freunde“, sagen sie.

Die allermeisten sind alleine gekommen. Die Eltern, die Schwester, der Bruder, der Freund sind noch im Iran. So viele sind persönlich betroffen!


Gott im Himmel lacht über die, die ihre Macht missbrauchen! Und ist vor allem aber auch bei denen, die ohnmächtig leiden. Schon der Betende vor 2500 Jahren wusste: Die Macht des Unrechts wird nie auf ewig herrschen. Und die Menschen, die bewusst Leid verursachen, werden sich verantworten müssen.


– Es sind fromme Wünsche. Aber in diesem Augenblick, in dem wir da vor der Kirche stehen, da geben sie uns viel Kraft. Wir werden uns wieder versammeln und wir werden weiter gemeinsam beten.




Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen