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Kirche in WDR 2 | 15.12.2022 | 05:55 Uhr

Auftragsklärung statt mit Steinen zu werfen

Auftragsklärung ist für mich das Wort der Stunde: Kennen Sie das Wort? Ich frage jemanden, was er von mir braucht, bevor ich aktiv werde. Sei es mit Worten oder mit Taten.

Nehmen wir mal meine Freundin. Ihr Mann hat sie über Monate betrogen. Dann ist aus dem kleinen Seitensprung die Liebe seines Lebens geworden. Kann passieren. Mal so ganz nüchtern betrachtet.

Komisch finde ich es aber schon. Vor zwei Jahren haben sie erst geheiratet. In guten wie in schlechten Zeiten, wollten sie sich lieben – so haben sie es sich versprochen. Also, was tun als Freundin der betrogenen Freundin. Ich bin natürlich mega solidarisch. Rege mich direkt so auf, als sei ich es, die betrogen worden ist. Empöre mich moralisch und kann es mir nicht verkneifen zu sagen: Eigentlich hat er schon immer anderen Frauen hinterher geschaut. Und denke: das hätte sie doch merken müssen. Dass er so ein Schürzenjäger ist . Was für ein Wort. Aber bringt das meiner Freundin was, wenn ich mich so empöre? Ihn quasi tot schlage mit Worten? So wie sie damals die Ehebrecherin mit Steinen tot schlagen wollten: Als Jesus kam und sagte: der, der ohne Sünde von Euch ist, werfe den ersten Stein. Solidarität mit einer Freundin kann ja so weit gehen, dass man sich (über andere) moralisch erhebt und richtet. In diesem Fall über ihren Ex. Doch zurück zu meiner Frage: Bringt das meiner Freundin eigentlich was, wenn ich mich so empöre?

Vielleicht will sie, dass ich einfach mal nichts sage und nur zuhöre. Um das rauszufinden, sollte ich sie fragen: Hey, was erwartest Du eigentlich von mir? Was kann ich für Dich tun? Stichwort: Auftragsklärung. Vielleicht will sie auch gar nicht mehr darüber reden und lieber mal Abschalten. In`s Kino, in die Sauna, zum Italiener. In den Wald oder in den Club.


Die Tage hat mir wieder ne Freundin den Seitensprung ihres Freundes gebeichtet. Ihr war es sichtlich unangenehm, weil die Liebe noch so jung ist. Da habe ich einfach nur zugehört und ihr einen Namen genannt. Ich wusste, dass es besser ist, wenn ich die Nummer jetzt nicht groß mache, sondern sie entlaste. Welchen Namen ich ihr genannt habe? Den von einer New Yorker Psychotherapeutin. Sie hat über Seitensprünge nachgedacht hat. Kurz und prägnant in Videos auf you tube. Ihr Name ist Esther Perel. Der Punkt: der Sprung in`s andere Bett hat mehr mit dem Typen als mit meiner Freundin zu tun. Meine Freundin hat das entlastet. Und mich auch. Weil, ich habe nicht mit Steinen geworfen.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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