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Kirche in WDR 2 | 10.01.2023 | 05:55 Uhr

Krieg gegen Gott

Die Worte aus den Nachrichten hallen in meinem Herzen nach. „… weil er Krieg gegen Gott geführt hat.“ Deshalb ist er hingerichtet worden. Im Iran werden beinahe täglich Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Weil sie für ihre Freiheit auf die Straße gehen, weil sie sich ein gutes Leben wünschen. Sage ich. Und frage mich, was daran falsch ist. Aus Teheran heißt es: Sie führen Krieg gegen Gott.


„Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ (1) Das sagt Jakob. Ein Mann aus der Bibel. Er sagt es zu einem Engel. Oder sogar zu Gott selbst. So genau kann man das bei den himmlischen Wesen immer nicht sagen. Jakob hat den Engel im Schwitzkasten, hat Gott selbst im Schwitzkasten, kämpft mit ihm und scheint stark zu sein, stark genug, um etwas fordern zu können: Wenn ich dich loslassen soll, wenn du wieder in deinen Himmel willst, dann schenk‘ mir was. Schenk‘ mir was richtig Gutes, was Großes; schenk‘ mir deinen Segen. Damit alle wissen: Ich, Jakob, gehöre zu denen, die Gott liebhat. Weil dann. Dann bin ich sicher. Dann kann mir keiner was. Dann hab‘ ich meinen Frieden. Dann ist alles gut.


Die Geschichte aus der Bibel zeigt: Ein Kampf gegen Himmelsmächte, gegen Gott selbst ist ok. Es ist ok, etwas von Gott zu fordern, es ist ok, Gott herauszufordern. Es ist ok ihm mein ganzes Leben vorzuwerfen. Gott wird mich für all das nicht abstrafen oder gar zum Tode verurteilen. Im Gegenteil. Gott ist an Frieden gelegen. Und deshalb segnet er mich. Deshalb segnet er uns alle. Einfach so. Auch wenn ich ihn im Schwitzkasten habe, so wie vor vielen hundert Jahren Jakob.


Wer sind wir Menschen, andere Menschen zum Tode zur verurteilen, nur weil sie Freiheit fordern. Freiheit und Frieden für alle Menschen. Wer sind wir, zu sagen, Gott habe etwas gegen die Forderung, das Blutvergießen zu stoppen und alle die zu segnen, die schon kaum noch daran glauben.


„Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ Gott kann das gut hören. Und ich, ich sollte das auch können. Ich hoffe sehr, dass an Stelle von Todesurteilen eines Tages Segensworte über all jene gesprochen werden, die sich trauen, ihre Meinung zu sagen, für ihre Freiheit auf die Straße zu gehen. Und ich – ich fange einzeln und leise jetzt schon damit an: „Gott segne dich, lass nicht von ihm!“ Denn Du sollst ein Segen sein.


Quellen:

(1) Lutherbibel 2017, 1. Mose 32,27.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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