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Kirche in WDR 2 | 16.01.2023 | 05:55 Uhr

Noch mal Weihnachten

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und obwohl schon wieder ein paar Wochen ins Land gegangen sind, habe ich heute noch mal Weihnachten im Gepäck.

Denn beim letzten Mal habe ich mit dem Blick aufs neue Jahr gesagt: Alles wird gut. Ich habe vorgeschlagen, mit dem Blick von Weihnachten auf das neue Jahr zu schauen. Dem Fest, bei dem sich Gott quasi auf unsere Seite schlägt. Und wenn Gott im Kind der Krippe zu finden ist – was kann da schon passieren? Alles wird gut. Die Welt schöpft Hoffnung. Ich habe Sie damals eingeladen mir zu schreiben, warum Sie diesen Gedanken tröstlich finden. Und davon zu erzählen, wer oder was für sie ein Segen ist. Und ich habe Ihnen versprochen, den Segen der Sternsinger per Post retour zu schicken.

Es sind unglaublich viele beeindruckende Mails und Briefe gekommen. Danke dafür! Ein Vater hat geschrieben, dass er am Neujahrstag sein Kind selbst entbunden hat, weil wegen Corona die Hebamme nicht rechtzeitig kommen konnte. Das werde er immer mit Weihnachten und dem Jahreswechsel verbinden. Unfassbar, oder? Einige haben geschrieben, wie sie in persönlicher Not Hilfe und Solidarität erfahren haben. Manche haben von wichtigen Entscheidungen erzählt, die sie endlich treffen konnten und die sich als segensreich erwiesen haben. Andere von einem ausweglosen Konflikt, der für die Ewigkeit gemacht schien und der sich dann doch gelöst hat.

Aber es haben auch Menschen geschrieben, für die nicht alles gut geworden ist und die sich schwertun, auf das Gute zu hoffen. Zwei haben erzählt, dass ihre Partner eine Krebstherapie begonnen haben. Und dass sie Angst vor dem haben, was kommt. Andere haben von der Einsamkeit geschrieben, die ihnen auch im neuen Jahr zu schaffen macht. Vom Tod, der ihnen das Kind genommen hat. Wieder andere von der erfolglosen bitteren Suche nach der Liebe.

Ja klar, es wird nicht einfach immer alles gut wie in einem Kitschfilm. Wer sowas sagt verteilt bloß Beruhigungspillen. Manchmal habe ich zurückgeschrieben, dass ich keine Antwort habe. Eine schnelle erst recht nicht. Und: dass ich eine Kerze in der Agneskirche aufstelle. Im Gebet an sie denke. Das macht das Leid, die Sinnlosigkeit nicht ungeschehen. Das knipst nicht den Lichtschalter an und alles ist wieder hell.
Eine hat geschrieben: „Sie sind der erste, dem ich das, was mir das Leben so verleidet anvertraue, obwohl Sie ein völlig fremder Mensch sind.“ Als ich das gelesen habe, da habe ich gedacht: Vielleicht macht es doch einen Unterschied, wenn jemand weiß, er ist in seiner Hoffnungslosigkeit nicht allein. Denn auch das ist eine Botschaft von Weihnachten, die ich mit ins neue Jahr nehmen möchte: Wo einer nicht mehr hoffen kann, da kann der, der noch Hoffnung hat doch mithoffen. Wo es einem unerträglich wird, da kann ich anpacken. Auch wenn ich die Not womöglich nicht wenden kann. Denn: Im Dunkeln eine Hand zu halten ist doch besser, als gar nichts zu machen. Oder? Nicht nur an diesem Montagmorgen.



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