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Kirche in WDR 2 | 01.02.2023 | 05:55 Uhr

Wahr-nehmen

„So schnell? Sie können das Auto doch nicht ohne Probefahrt kaufen!“ Der Verkäufer im Autohaus guckt, als wäre ich nicht ganz bei Sinnen, ihm einfach so zu trauen. Ich war erst zehn Minuten vor Ort, sah den Gebrauchtwagen zum ersten Mal und war trotzdem längst entschieden. Ebenso war es bei meiner Wohnung, da stand meine Unterschrift unterm Mietvertrag, noch bevor ich sie von innen besichtigen konnte. Der Blick durchs Fenster reichte mir.

Ziemlich leichtsinnig, könne man meinen, naiv womöglich auch. Ich nenne es intuitiv. Diese beiden Begebenheiten sind zwei Beispiele, in denen ich ganz klar meiner Intuition getraut habe – und übrigens habe ich das beide Male nicht bereut. Im Gegenteil. Natürlich habe ich mich vorher über die wichtigsten Eckdaten informiert, wusste welches Automodell ich will, wieviel PS und gefahrene Kilometer. Hatte klar, welche Ausstattung die Wohnung haben muss, die ich miete, was sie kosten darf und so weiter. Aber das allein ist es ja nicht.

Ich habe schon viele Wohnungen besichtigt, die von den Eckdaten her genau passten und dann stand ich drin und wusste intuitiv: Die ist es nicht.

Intuition ist meiner Erfahrung nach nicht etwa ein unzuverlässiges, flüchtiges Bauchgefühl. Intuition ist geschulte Wahrnehmung.

So jedenfalls versteht es Ruth Cohn, eine Psychoanalytikerin, die die TZI, die Themenzentrierte Interaktion, entwickelt hat und darüber im letzten Jahrhundert sehr bekannt wurde.

Für Ruth Cohn ist Intuition eine menschliche Fähigkeit, sie schreibt „wie die Fähigkeit zu lieben, zu denken, Theorien zu entwickeln oder Kunstwerke zu schaffen.“

Und diese Fähigkeit, intuitiv aufgrund von Erfahrungen und Wissen wahrnehmen und entscheiden zu können, die kann man nach Ansicht von Rutz Cohn fördern oder vernachlässigen. Wie bei allen Fähigkeiten.

Ich kann damit viel anfangen, weil ich eben schon oft erlebt habe, dass das stimmt. Dass ich die besseren Entscheidungen fälle, wenn ich Wissen, Erfahrungen und Wahrnehmung gleichermaßen ernstnehme, wenn Kopf und Bauch beteiligt sind. Weil unsere Klugheit in beidem steckt. Und auch unser Nichtwissen, wenn wir ehrlich sind.

Neben Ruth Cohn habe ich übrigens noch eine zweite kluge Stimme im Ohr, die meiner Mutter. Mütter haben ja fast immer Recht und zum Thema Abwägen sagte meine gerne: „Richtige Entscheidungen brauchen nicht lange.“


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