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Kirche in WDR 2 | 17.03.2023 | 05:55 Uhr

Demokratie braucht Religion

Das neue Buch von Hartmut Rosa war lange in den Bestsellerlisten. Vielleicht auch wegen des überraschenden Titels: "Demokratie braucht Religion". Warum denn das?

Der Soziologe sieht nicht nur die Kirche in der Krise, sondern die ganze Gesellschaft. Er hat den Begriff vom "rasenden Stillstand" er­funden, um deutlich zu machen, dass wir zwar immer mehr produzieren, kaufen, arbeiten ... aber dabei immer weniger wissen, warum und wozu. Citius, altius, fortius - schneller, weiter, höher - aber ohne Ziel. Hartmut Rosa schreibt: "Die to-do-Liste explodiert" und "Das Gefühl, Lange geht das nicht mehr gut, ist zum kulturell dominanten Gefühl geworden".

Wie soll da denn nun ausgerechnet Religion helfen?

Hierfür ist es nun wichtig zu verstehen, was der Soziologe unter RESONANZ versteht. Mit diesem Wort als Titel hat er auch ein Werk von 800 Seiten geschrieben, fasst es aber zum Glück im neuen schmalen Büchlein knapp zusammen. Erstens: Für Resonanz braucht es die Anrufung. Das Baby schreit, Mutter oder Vater reagiert. Also: Mir hört jemand zu. Zweitens. Daraus entsteht Selbstwirksamkeit. Mir wird zugehört, also fühle ich mich lebendig. Bei einem Vortrag oder einer Predigt kann die Wissenschaft das sogar messen: Atemfrequenz, Herzschlag und Haut­widerstand verändern sich, wenn Resonanz entsteht. Drittens: Wenn ich mich mit dem verbinde, was mich erreicht, entsteht eine Transformation, wie Rosa es nennt, ein Moment der Lebendigkeit. Besonders spürbar ist dies wohl in der Musik. Viertens gilt die Unver­fügbarkeit. Resonanz kann man nicht kaufen, herstellen oder erzwingen.

Worauf es im Kern ankommt, illustriert Hartmut Rosa mit dem Wort vom "hörenden Herzen" aus der Bibel. Der junge König Salomon bekommt im Traum von Gott einen Wunsch freigestellt - wie von der guten Fee. Er wünscht sich nicht ein großes Reich, eine Prinzessin oder Gold, sondern ein hörendes Herz, damit er die Menschen versteht.

Rosa schreibt davon ausgehend, besonders die Kirchen verfügten über "Narrationen, über ein kognitives Reservoir, über Riten und Praktiken, über Räume", in denen das hörende Herz eingeübt werden kann.

Sehr gut finde ich, wie der Soziologe in einem Zeitungsinterview selbst­kritisch seine Beziehungsidee vom hörenden Herzen betrachtet. Zitat: "In dem Moment, in dem Kirchenleute daherkommen und behaupten, sie wüssten schon, was Gott sagt, da verschließen sie umstandslos und erbarmungslos alle Resonanzquellen. 'Gott sagt .., und deshalb musst du ..' Nein! Niemand will sich sagen lassen, was er tun muss, weil ein anderer es von oben gehört zu haben glaubt". Mir gefällt das sehr - vielleicht Ihnen ja auch?!


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