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Hörmal | 12.03.2023 | 07:45 Uhr

Boris Romantschenko – wir dürfen ihn nicht vergessen

Charkiw im Nordosten der Ukraine – wer kennt diesen Namen nicht? Bereits am ersten Tag des russischen Angriffskrieges bombardiert die russische Armee Charkiw. Also vor einem Jahr am 24. Februar. Boris Romantschenko ist damals 96 Jahre alt. Dass er noch einmal einen Krieg erleben würde, ist für ihn unfassbar. Denn: Dass er überhaupt den II. Weltkrieg überlebt hat, ist ein Wunder. Er war in den Konzentrationslagern der Nazis.

In Buchenwald, Peenemünde, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Dort wollten sie sein Leben zerstören. „Vernichtung durch Arbeit“ hieß die Parole. Doch Boris Romantschenko hat überlebt. Nach dem Krieg studiert er an der Bergbau-Akademie in Charkiw und arbeitet als Ingenieur. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los. Er will nicht vergessen und will nicht, dass andere die Gräueltaten der Nazis vergessen. Er wird Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, regelmäßig kommt er zu Gedenkveranstaltungen nach Deutschland und trägt seine Häftlingsjacke mit seiner Häftlingsnummer. Dann ist es noch zu sehen: das rote Dreieck als Zeichen für politischer Gefangener.

In der ersten Märzhälfte des Jahres 2022 bombardieren russische Truppen mal wieder Charkiw. Sie wollen das vermeintliche Bruderland Ukraine entnazifizieren und wieder mit Russland vereinen. Viele fliehen, Menschen suchen Schutz in Kellern oder U-Bahn-Schächten. Der 96jährige Boris Romantschenko will seine Wohnung nicht mehr verlassen.
In den vergangenen Monaten hat er sehr zurückgezogen gelebt. Jetzt noch mal raus und fliehen? Nein. Der ehemalige KZ-Häftling Boris Romantschenko stirbt durch eine russische Rakete. Die Vernichtungslager der Nazis hat er überlebt. Jetzt kommt er zu Tode, weil das russische Militär seine Nachbarschaft, seine Stadt, sein Land entnazifizieren will.

Wir dürfen seinen Namen nicht vergessen. Den Menschen Boris Romantschenko, der so oft nach Deutschland gekommen ist, um uns zu erinnern, was passiert, wenn Gewalt regiert. Wenn Befehl und Gehorsam herrschen. Wenn die einen zu den andern sagen: Du darfst hier nicht leben.

Sich an Namen zu erinnern, hat eine lange biblische Tradition. Wir Menschen haben einen ewigen Namen bei Gott, der niemals getilgt wird, heißt es beim Propheten Jesaja (Jes 56,5).

Die Stadt Leipzig
hat im November vergangenen Jahres beschlossen, die Turmgutstraße, in der sich auch das Generalkonsulat der Russischen Föderation befindet, in „Boris-Romantschenko-Straße“ umzubenennen. Wie gut! Wir werden uns an ihn erinnern. Sein Name wird niemals getilgt.


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Borys_Romantschenko

https://de.wikipedia.org/wiki/Charkiw



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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