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Hörmal | 26.03.2023 | 07:45 Uhr

Schwarzweiß

Tom sieht nur schwarz und weiß. Das ist völlig normal, denn Tom ist erst zwei Monate alt. Babys in diesem Alter können noch keine Farben erkennen. Das entwickelt sich erst in den nächsten Wochen und Monaten. Toms Mutter hat deshalb extra ein schwarz-weißes Mobile für ihren Sohn aufgehängt. Tom ist begeistert. Und ich finde: Es ist immer etwas ganz Besonderes, wenn alles noch mal neu anfängt.

Ich habe vor gut zwei Jahren auch nochmal neu angefangen. In einer Weiterbildung zur systemischen Beraterin. Systemische Berater:innen begleiten Menschen in unterschiedlichen Konstellationen, wenn es Probleme gibt. Einzelne, Familien, Arbeitskolleg:innen und Teams. Systeme eben. Was mich am meisten freut: Ich habe in der Ausbildung gelernt, mehr Farben zu sehen!

Denn eigentlich habe ich Einiges mit Tom gemeinsam. Ich sehe oft nur schwarz und weiß. Ich mag einfache, klare Antworten. Eindeutigkeiten. Offene Bekenntnisse. Entscheidungen. Für oder gegen etwas. Schwarz oder weiß. Das macht vieles einfacher, leichter, überschaubarer. Zumindest für mich. Mit einem „Ja, vielleicht …“ oder „ich weiß nicht genau“ gebe ich mich nicht gerne zufrieden. Und kann es mitunter nur schwer aushalten.

Das hat sich in meiner Weiterbildung geändert. Alle Menschen, die ich im Rahmen von Beratungen kennenlernen durfte, haben gute Gründe für ihr Verhalten. Für mich ist es manchmal schwierig gewesen, sie zu verstehen. Aber ich war immer beeindruckt und zutiefst bewegt, wie alle gerungen haben um den nächsten wichtigen Schritt – raus aus dem Problem.
Unsere Welt ist nicht schwarzweiß, allerhöchstens in den ersten Wochen des Lebens. Und keinem Problem, keiner Auseinandersetzung, keinem Konflikt ist beizukommen mit schwarzweiß. Wenn es ums Miteinander geht, ums Lieben, ums Leben, dann kann es nur die ganze Farbpalette geben. In aller Fülle und Pracht. Ich werde mich weiter darin üben. Jeden Tag neu.

Einer, von dem man das „Farben sehen“ lernen kann, ist Jesus selbst. Er ist einer gewesen, der die Farben gesehen hat. Und zwar alle! Auch dann, wenn alle anderen längst schwarz gesehen haben. Bei Zachäus, dem Zöllner. Bei der Frau, die beim Ehebruch überrascht worden ist und bei denen, die die ersten Steine schon in der Hand hatten, um sie zu steinigen. Jesus hat sogar dafür gesorgt, dass auch Blinde wieder Farben sehen. Er hat vorgemacht, wie es ist, bunt und vielfältig zu leben. Und er hat auch gesagt, wie es geht: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und deinen Mitmenschen wie dich selbst.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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