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Kirche in WDR 2 | 22.03.2023 | 05:55 Uhr

Praktisches Wunder

Oft sind es mehr die Bilder als die Zahlen, die sich ins Herz einbrennen. Da sitzt ein Vater in seiner orangenen Jacke, zusammengekauert in den Trümmern. Den linken Arm hat er ausgestreckt, er hält eine blasse Hand fest. Mehr als die Hand ist nicht zu sehen. Alles andere ist unter den Trümmern begraben. Es ist die Hand seiner Tochter Irmak. Sie ist 15 Jahre alt geworden.

Das Bild ging um die Welt. Sie wissen, wovon ich spreche, das Erdbeben in der Türkei und Syrien? Überall Zerstörung, zehntausende sind tot und noch viel mehr Menschen sind obdachlos geworden. Kann man da noch Hoffnung finden?

Was mich berührt hat, ist die riesige Hilfsbereitschaft in der Zivilgesellschaft. Und über politische Barrieren hinweg. Griechenland ist eines der ersten Länder gewesen, das Hilfe geschickt hat. Mich hat das sehr gewundert. Hatte der türkische Präsident Erdogan Griechenland doch die Souveränität über einige Inseln in der Ägäis abgesprochen. Zum Beispiel über Rhodos, Kos und Lesbos. Immer wieder mit einer Invasion gedroht.

Es sind schließlich Rettungskräfte aus unzähligen Ländern der ganzen Welt gekommen. Israelische Militärflugzeuge stehen neben Maschinen aus den erzverfeindeten Staaten Iran und Katar. Auch die Ukraine ist dabei, die eigentlich andere Sorgen hat. Hier bei uns haben unzählige Menschen für die Betroffenen gesammelt und Hilfe organisiert.

Das hält vielleicht nicht alles lange vor. Aber es zeigt doch eines: Wir Menschen können das, wenn wir wollen. Und ich hoffe, dass wir noch häufiger und länger wollen. Anderen helfen, sie unterstützen, mit dem was nötig ist. Denn dieser Zusammenhalt im Angesicht der Katastrophe ist global betrachtet ja fast ein kleines Wunder. Und von solchen praktischen Wundern brauchen wir noch viel mehr.

Ein bisschen erinnert mich das an die legendäre Speisung der 5.000. Jesus und seine Jünger haben fünf Brote und zwei Fische. Und doch werden alle Menschen satt. Ich glaube da nicht an eine Hex-Hex-Magie à la Bibi Blocksberg. Es geht in der Geschichte nicht ums Vermehren, sondern ums Teilen. Alle rücken ihre mitgebrachten Vorräte raus und es reicht – für alle. Hier ist Geben wichtiger als Haben.

Wenn Sie also etwas geben können, tun Sie es. Nach wie vor wird dringend Hilfe gebraucht. Auch wenn das Erdbeben aus den Schlagzeilen verschwunden ist.

Quellen:

https://www.spiegel.de/ausland/erdbeben-in-tuerkei-und-syrien-foto-von-trauerndem-vater-geht-um-die-welt-a-e2fda91f-05a2-4761-a71e-efadc059c42b

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/erdbeben-tuerkei-griechenland-103.html

https://www.fr.de/politik/israel-unterstuetzt-die-tuerkei-92076251.html

(alle zuletzt abgerufen am 6. März 2023)



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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