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Kirche in WDR 2 | 25.03.2023 | 05:55 Uhr

HOPE-Hoffnung bewegt

Eine junge Frau blickt in die Kamera. Vor sich einen aufgeklappten alten Koffer, in dem sich drei Gegenstände befinden: Ein gerahmtes Bild ihrer Mutter, ein gerahmtes Bild ihres Vaters; beide mit einem schwarzen Trauerflor. Dazwischen ein Buch über dem eine Misbaha, eine islamische Gebetskette, liegt.


Das Foto ist in einem Flüchtlingslager in Griechenland entstanden. Es trägt den Titel „This is what I have und what I am“: Dies ist alles was ich habe und was ich bin. Entstanden ist die Aufnahme im Rahmen eines Fotoprojektes, das der italienische Fotograf Mattioa Bidoli vor drei Jahren initiiert hat.


Inzwischen hat er mehr als 40 geflüchteten Mädchen und Frauen zwischen elf und 39 Jahren das Fotografieren beigebracht.

Die Arbeiten sind bereits in zahlreichen Fotoausstellungen in Europa gezeigt worden und in internationalen Zeitungen und Zeitschriften erschienen. Sie haben mehrere Preise und Auszeichnungen erhalten.


„Der Fotokurs hat uns geholfen, unsere Geschichten zu zeigen und der ganzen Welt zu erzählen,“ sagt Asifa Hassin. „Es sind die Geschichten von Mädchen und jungen Frauen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und dem Iran, die sich eine bessere Zukunft erhoffen.“ Asifa ist 21, Jesidin und vor dem IS aus dem Irak geflohen. Fast ein Jahr hat sie in dem Flüchtlingslager gelebt.


Sie sagt: „Ich kann die ungewollte Geschichte hinter jedem Foto lesen kann. Ich kann sehen, was andere in der Realität nicht sehen: Glück, Traurigkeit und Schmerz. Mit der Fotografie kann ich sprechen, ohne ein Wort sagen zu müssen, ich kann mir Gehör verschaffen … meine Realität, meine Geschichten, meine Träume zeigen.

Ich kann all die Traurigkeit in meinem Leben vergessen und zeigen, wer ich bin. Ein menschliches Wesen. Die Fotografie lehrt mich, keine Angst zu haben, mich nicht zu verstecken, mich nicht zu schämen; sie lehrt mich, frei zu sein. Der Kurs hat mich gerettet,“ sagt sie.

„Das, was uns passiert ist, darf anderen Frauen und Mädchen nicht passieren. Wir alle kämpfen für das gleiche Ziel: Die Welt zu einem besseren Ort für Frauen und Mädchen zu machen.


Inzwischen lebt Asifa Hassin in Deutschland. Ob sie bleiben darf, ist noch unklar. Obwohl sie sehr gute Sprachprüfungen abgelegt hat und eine Ausbildung als Bauzeichnerin macht.


Unter dem Titel „HOPE – HoffnungBewegt!“ ist die Ausstellung in evangelischen Kirchengemeinden zu sehen – vielleicht auch in Ihrer Nähe. Und wenn nicht: Der Katalog mit zwölf ausgewählten Aufnahmen ist auf der Webseite der Evangelischen Kirche im Rheinland zu finden.


Quelle: https://news.ekir.de/meldungen/2023/01/ausstellung-hope-hoffnungbewegt-zeigt-fotos-gefluechteter-maedchen-und-frauen/



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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