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Kirche in WDR 2 | 03.05.2023 | 05:55 Uhr

Nur noch Katastrophen

Also wissen Sie, sagt sie, ich schau mir schon lange keine Nachrichten mehr an. Ich halt das einfach nicht aus. Erst Corona, dann der Krieg. Die Klimakatastrophe. Um die zu verhindern, soll ich mehr Geld ausgeben. Das habe ich aber nicht, weil ja gleichzeitig auch Inflation ist. Nur noch Katastrophen. Ich will davon nichts mehr wissen. Sagt sie. Ich lebe jetzt nur noch vor mich hin. Und wenn die Welt dann irgendwann wirklich untergeht, dann werde ich das schon mitkriegen. Und weg ist sie. Ich stehe da und denke: Das kann man doch nicht machen! Man kann doch nicht einfach die Probleme ignorieren. Obwohl, unter uns: Irgendwie verstehe ich sie sogar. Wo man sich umschaut: Überall Katastrophen. Jede Schlagzeile ein Skandal. Irgendwann dreht sich einem einfach der Kopf vor lauter schlechten Nachrichten. Wie soll man da nicht verzweifeln? Oder eben einfach alles ignorieren? Wie haben die Leute das denn früher gemacht? Katastrophen gibt es schließlich schon immer. Ich denke an die Offenbarung des Johannes. Das letzte Buch der Bibel. Als das geschrieben wurde, war auch „Katastrophe“: Die Christen wurden verfolgt. Mussten immer damit rechnen, verraten, eingesperrt, umgebracht zu werden. Wenn da einer ein Buch schreibt, muss das doch ein ziemlich verzweifeltes Werk sein. Sollte man denken. Aber wenn man reinschaut: Überall Sätze voller Hoffnung und Dankbarkeit. Zum Beispiel: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, du allmächtiger Gott!“ (Offb 15,3) Wie kann man so etwas sagen, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht? Ich glaube, die Leute damals haben etwas gewusst, was wir heute vielleicht manchmal vergessen. Nämlich, dass es gut ist, sich immer wieder selbst daran zu erinnern, was schön ist am Leben. Und wertvoll. Und dieses Gute dankbar im Herzen zu bewahren. Damit einen das Schlechte nicht komplett überwältigt. Ich versuch’s mal: Ich liebe meine Familie. Und wenn wir zusammen sind, bin ich wirklich glücklich. Ich liebe es, wenn die Sonne scheint. Ich mag Spaziergänge. Danke, dass ich das alles erleben darf! Ich merke: Es funktioniert. Je mehr ich mich an die schönen Dinge erinnere, desto weniger Platz haben die Sorgen in mir. Ich muss gar nicht den Kopf in den Sand stecken und das Schlechte ignorieren, um die Welt ertragen zu können. Stattdessen: Das Schöne in den Blick nehmen. Dankbar sein. Und den, der das möglich macht. Und aus dieser Dankbarkeit die Kraft ziehen, voller Hoffnung gegen große und kleine Katastrophen des Lebens anzugehen. Es ist eine alte Methode, aber ich meine, das funktioniert heute auch noch.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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