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Kirche in WDR 2 | 01.06.2023 | 05:55 Uhr

Reißleine

Er hat sie gezogen, seine Reißleine. Vor ein paar Monaten hat Tom seinen Job gekündigt Einfach so, ohne was Neues zu haben. Aber eben doch nicht einfach so. Es ging nicht mehr. Okay, die Bezahlung war super. Aber es ist immer mehr auf ihn eingeprasselt. Deadlines, Meetings, ständig neue Projekte, die dann doch nichts geworden sind. Seine Vorschläge in der Firma etwas zu ändern, sind auf taube Ohren gestoßen. Vor jedem Montag, jeder neuen Woche hat ihm gegraut. Herzrasen, Schweißausbrüche, hoher Blutdruck. Tom ist es immer schwerer gefallen, sich zu konzentrieren und zu motivieren.

Organisch war nichts zu finden. Da hat ihm seine Ärztin geraten, doch mal sein Leben zu überdenken. Er hat dann die Reißleine gezogen und gekündigt. Finanziell kann er sich das eine Zeit lang leisten. Das kann nicht jeder.

Nun überlegt er, was er im Leben wirklich will. Wieder arbeiten schon, aber nicht so, selbst wenn er damit ordentlich Geld verdient hat. Jetzt geht er wieder in sein Fitnessstudio. Und engagiert sich in seinem Verein. Er hat abgenommen und sieht viel lebendiger aus.

Seit einiger Zeit geht er sonntags wieder ab und zu in die Kirche. Nicht alles gefällt ihm dort, aber es bringt ihn noch mal auf einer anderen Ebene zum Nachdenken, sagt er. Über sein Leben und das der Anderen. An die hat er nämlich in seinem Tunnel auch nicht mehr viel gedacht.

Letztens hat die Pfarrerin aus der Bibel vorgelesen und Tom hat gedacht, das ist nur für ihn:

Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft. (Jesaja 40,31)

Und dann hat die Pfarrerin noch eine kleine Gebrauchsanweisung mitgeliefert. Mit Worten von Martin Luther: "Wer mit dem Geist der Traurigkeit geplagt ist, soll nicht denken, dass er allein ist. Gott redet mit ihm oder ihr. Durch Nachbarn, Freunde, die Ehefrau oder den Partner. Manchmal spricht Gott auch durch Kinder mit Menschen.“

So gesehen hat Tom mit seinen Versuchen, in seinem Leben etwas zu ändern, schon einen wichtigen Schritt gemacht. Ich spreche gern mit Tom, wenn ich ihn treffe. Ob Gott durch mich redet, weiß ich nicht, das klingt mir zu überheblich. Aber wenn wir zusammen lachen können, tut uns das beiden gut. Und wenn Sie Tom treffen, versuchen Sie das doch auch mal.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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