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Kirche in WDR 2 | 03.06.2023 | 05:55 Uhr

Jeder Name zählt

122.177 - das ist die Häftlingsnummer. Von Brandstätter R. Eingeliefert am 10. Februar 1945 im KZ-Langenstein-Zwiebelberge, einem Außenlager von Buchenwald. Rechts über dem Namen steht noch mit Bleistift P. J. Das muss ich im Glossar nachlesen. Das Kürzel steht für „polnischer Jude“. Mehr muss ich eigentlich nicht wissen, um die Daten am Rechner einzugeben. Trotzdem schaue ich mir die vergilbte Karteikarte noch genauer an. Mütze, Hemd, Unterhose, Fußlappen, Wollweste und Schnürschuhe hat er oder sie als Gefangenen-Bekleidung bekommen. Dazu noch Hose, Mantel und Rock in Zivil. Rock, doch eine Frau?

Ich habe gerade mitgemacht bei #everynamecounts – Jeder Name zählt. Das ist eine Aktion der Arolsen Archives. Dort im hessischen Bad Arolsen befindet sich das weltweit größte Archiv von Opfern und Überlebenden des NS-Regimes. Insgesamt liegen dort Hinweise zu mehr als 17,5 Millionen Menschen. Es ist ein großer Schritt gegen das Vergessen, wenn man irgendwann den Namen und die Geschichte jedes Holocaust-Opfers mit einer einfachen Recherche im Internet finden kann. Ein großes digitales Denkmal für alle NS-Verfolgten.

Das zu digitalisieren ist ohne die Hilfe von Freiwilligen nicht machbar. Deshalb kann jeder und jede mitmachen. Und das kommt an. Fast 100.000 Menschen haben weltweit schon mitgemacht. Auf dem Sofa zuhause, in der Schule oder Uni. Auch Institutionen und Unternehmen haben sich beteiligt. Manche haben Tausende Karten digitalisiert, andere nur eine.

Man kann, muss sich aber nicht registrieren. Für eine der bereits digitalisierten Karten braucht man vielleicht fünf Minuten. Angst vor Fehlern muss ich nicht haben. Denn es gilt das Sechs-Augen-Prinzip. Jede Karte wird von drei verschiedenen Personen bearbeitet.

Für die Archiv-Direktorin Floriane Azoulay ist das Mammut-Projekt #everynamecounts eine sehr niederschwellige und intuitive Art des Gedenkens. „Und man tut etwas, das nachhaltig ist, indem man einen Namen erfasst." So kommt man dem Schicksal einer Person sehr nah - und lernt etwas dazu. Und trägt dazu bei, dass aus den Nummern wieder Menschen werden. Vielleicht sind Sie ja auch dabei: #everynamecounts!


Quellen:

https://everynamecounts.arolsen-archives.org/

https://www.ndr.de/geschichte/everynamecounts-70000-Namen-gegen-Vergessen-digitalisiert,everynamecounts100.html

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2023/53460/modernes-gedenken-ns-archiv-digitalisiert-kz-karteikarten, (alle zuletzt abgerufen am 02.05.23)



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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