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Hörmal | 03.09.2023 | 07:45 Uhr

Fürbitte

Was für ein herrlicher Ausblick! Blühender Ginster. Oleander. Unter mir das türkise Meer. Ich bin unterwegs am Berg Athos. Im Nordosten von Griechenland. Es war ein langer Weg bis hier.


Die Mönchsrepublik Athos ist abgeschieden vom Rest der Welt. Jeden Tag dürfen nur fünfzehn Männer einreisen, die nicht der orthodoxen Kirche angehören. Drei Monate vorher habe ich die Erlaubnis beantragt. Dann die Anreise. Mit dem Auto über Land. Das letzte Stück mit der Fähre. Endlich liegt das erste Kloster vor mir, in dem ich die Nacht verbringen möchte. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Es soll ein sehr traditionelles Kloster sein. Wird die Begegnung mit den Mönchen gelingen? Als erstes treffe ich einen freundlichen Gastbruder. Er führt mich in einen Warteraum, in dem schon andere Gäste sitzen. Es gibt Tee und Gebäck. Aber dann erlebe ich die strenge Seite des Klosters. Die Mönche vermeiden jeden Kontakt mit mir. Am Gottesdienst darf ich nicht teilnehmen. Anders als die orthodoxen Gäste. Mein Essen erhalte ich allein, in einem besonderen Raum.


Und dennoch: Ich genieße die Stille. Das schöne Kloster. Und die nahrhaften Speisen: Fisch, köstliche Pilze, Myzithra-Käse und Brot. Am nächsten Morgen frage ich, wo ich eine Spende abgeben kann. Als Gast bin ich gratis aufgenommen worden. Der Gastbruder zeigt mir einen Kasten mit Schlitz. Und gibt mir einen Block. Dort kann ich eintragen, für wen die Mönche beten sollen. Links die Lebenden. Rechts die Verstorbenen, an die ich denke. Was für ein schöner Brauch! Auch wenn ich die Mönche nicht sehen darf, beten sie für mich. Und für die Menschen, die mir lieb sind.


Am Vormittag ziehe ich weiter zum nächsten Kloster. Das Gastrecht gilt immer nur für eine Nacht. Mein nächstes Ziel liegt direkt am Fuß des Athos. Gleich spüre ich, dass diese Mönchsgemeinschaft offener ist. Im Empfangsraum herrscht eine gelöste Stimmung, es wird gelacht. Natürlich darf ich an den Gottesdiensten teilnehmen. Und auch die Mahlzeiten bekomme ich in der Gegenwart der Mönche.


Beim Gottesdienst beobachte ich, wie nach und nach die Gäste in die Kirche kommen. Sie zünden Kerzen an. Geben eine Spende. Jeder füllt einen Zettel aus –auch hier gibt es diesen Block. Und ich freue mich: Jede Gemeinschaft hat ihre eigenen Regeln. Manche mit Abstand, manche offen. Aber überall beten wir füreinander.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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