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Hörmal | 10.09.2023 | 07:45 Uhr

Wir sind hier ein Kloster

Eine Fähre an der griechischen Küste. Ich bin auf dem Weg zum Berg Athos. Eine Mönchsrepublik im Nordosten von Griechenland, mit zwanzig großen Klöstern. Zum Teil über tausend Jahre alt. „Ich fahre schon seit über dreißig Jahren auf den Athos. Aber es hat sich viel verändert.“ Ein Mann in meinem Alter erzählt mir das. Er kommt aus Thessaloniki und arbeitet als Manager.


Ich möchte wissen, was denn so anders geworden ist. Obwohl ich es schon ahne. Im Vorfeld habe ich einiges über die Klöster gelesen. Das Geld, das seit Jahren fließt. Vor allem aus Russland. Aber auch aus der EU. Prominente Besucher wie Wladimir Putin sind gekommen. Oder König Charles, als er noch der Prinz of Wales gewesen ist. Nur Männer. Für Frauen ist der Zutritt verboten. Mein Gesprächspartner denkt einen Moment nach. „Die Klöster werden wunderbar renoviert. Viele Menschen kommen. Es ist viel Betrieb. Aber meine Seele kann hier immer noch Kraft schöpfen.“


Nach einer malerischen, schweißtreibenden Wanderung erreiche ich mein erstes Kloster. Als Gast darf man immer für eine Nacht bleiben. Die Gebäude sind wunderbar renoviert. Die Malereien. Die Natursteine. Die Holzaufbauten. Beeindruckend schön. Mein Gästezimmer ist schlicht. Ich habe alles, was ich brauche. Und finde Ruhe zum Gebet. Nach einem nahrhaften Frühstück mit Fisch und kaltem Blumenkohl breche ich am nächsten Morgen wieder auf. Dankbar.


Am Hafen wird es jedoch seltsam. Während ich auf die nächste Fähre warte, fährt ein schwarzer Geländewagen vor. Mercedes, luxuriöses Modell. Ein Mönch am Steuer. Elegante Gäste mit großem Gepäck verlassen den Wagen. Besteigen ein Wassertaxi für 250 Euro. Und düsen davon. So kann es also auch gehen. Neben mir baut sich eine große Reisegruppe zum Gruppenfoto auf. Auf ihren Sweatshirts steht „Fr??ia Ortodox?“. Laut rumänischer Wikipedia eine gemeinnützige, aber rechtsextreme Organisation. Langsam wird mir unwohl. Bin ich hier richtig?


Am Nachmittag erreiche ich mein zweites Kloster. Am Fuß des Heiligen Berges. Hier ist alles auffällig einfach. Ich bekomme ein Zimmer mit sechs Betten. Und trotzdem strahle ich vor Glück. Mit dem Gastmönch verstehe ich mich auf Anhieb. „Schön, dass Sie da sind,“ sagt er. „Viele meckern nur. Was erwarten sie denn? Ein Hotel? Wir sind hier ein Kloster!“ Genau, denke ich. Möge es so bleiben!


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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