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Kirche in WDR 2 | 16.06.2023 | 05:55 Uhr

Gott ist immer da

„Wenn´s so richtig schwer ist, muss man mehr auf das Gute gucken, weil: Gott ist immer da.“

Sagt mir ein junger Mann. Zurzeit im Gefängnis. Er sagt mir das, nachdem er ca. eineinhalb Stunden vergeblich auf seinen Besuch gewartet hat. Sie müssen wissen: Gefangene werden zu ihren Besuchsterminen aus den Zellen abgeholt und in den Besuchsbereich gebracht, in dem es Räume und Wartezellen gibt. Kommt nun der terminierte Besuch nicht, muss der Gefangene in einer Einzelzelle warten, bis die reguläre Besuchszeit vorüber ist, und er mit den Anderen zurückgeführt werden kann.

Gemischte Gefühle. In so einer Situation für den Mann, der vergeblich wartet. Und unbeantwortete Fragen: Warum kommt mein Besuch nicht? Wollen die nichts mehr mit mir zu tun haben? Ist irgendetwas passiert? Und Wut. Warum tun die mir das an? Und dann ist da noch das große Gefühl, über das man nicht spricht. (Die) Scham. Bin ich es ihnen vielleicht einfach nicht mehr wert, sich auf den Weg zu machen.

Scham und Wut. Angst und Unsicherheit. Diese Vier haben alle im Gepäck, die aus einer Wartezelle kommen, deren Besuchstermin nicht stattgefunden hat.

Und dann sagt der junge Mann – der nicht besucht worden ist: „Das war schon blöd. Aber wenn´s so richtig schwer ist, muss man mehr auf das Gute gucken, weil: Gott ist immer da.“

Ich bin beeindruckt und bedanke mich. Was klingt wie die Weisheit von einem alten Abreißkalender ist im Gefängnis teuer bezahlte Überzeugung und Überlebenshilfe. Teuer, weil: Der Mann geht wieder in seine Zelle. Mit sich und der ganzen Ungewissheit. Mit allen offenen Fragen. Mit aller Angst, aller Scham und offensichtlich auch mit allem Mut.

Aber was heißt Mut, wenn er sagt: „Wenn´s so richtig schwer ist, muss man mehr auf das Gute gucken, weil: Gott ist immer da.“ Für mich zeigt er damit seine Bereitschaft, genau das zu tun: Das Gute sehen und suchen wollen, auch wenn es nicht zu sehen ist. Im Augenblick. Für mich. Jetzt. Nicht zu sehen ist. Und er zeigt die Bereitschaft, zu glauben, dass die Wirklichkeit größer ist, als seine Erfahrung zurzeit. Also: Nur, weil ich das Gute zurzeit nicht sehe, heißt es ja nicht, dass es das für mich nicht gibt. Und er sagt: Gott ist da: unabhängig davon, ob ich das Gute sehe oder nicht.

Zwei Wochen später erzählt er von einem wunderbaren Besuch.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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