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Kirche in WDR 2 | 22.08.2023 | 05:55 Uhr

Helgoland – Friedhof der Namenlosen

Autor: Schwerer Orkan auf der Nordsee. Turmhohe Wellen. Brüllende Seen. Ein holländischer Fischkutter sendet ein Notrufsignal. Doch zum Glück, nicht fern ist der Seenotrettungskreuzer, die Adolph Bermpohl. Das Schiff kämpft sich durch die Wellenberge. Acht Seemeilen nördlich von Helgoland. Es geht um Leben und Tod. Dann der erlösende Funkspruch. „Wir haben sie und nehmen sie an Bord.“ Entwarnung. – Was dann passiert? Keiner weiß es genau. Der Funkverkehr reißt ab.


O-Ton: Zwei Tage später hat man die beiden Boote gefunden. Der Seenotrettungskreuzer war unversehrt, aber es war eben niemand mehr an Bord. Und erst Tage und Wochen später sind dann sechs Leichname gefunden worden, drei von den Fischern und drei von der Besatzung – und ein Besatzungsmitglied ist verschollen geblieben.


Autor: Eine Tragödie. Beim Aufnehmen der Schiffbrüchigen muss eine Monsterwelle die Adolph Bermpohl und das Beiboot überrollt haben. – Ich stehe auf der Düne. Das ist die kleine Nachbarinsel von Helgoland. Hier erinnert ein Gedenkstein daran. 1967 hat sich das Unglück ereignet. Das ist lange her. Aber der Stein lässt mich auch nach 56 Jahren noch still werden.


O-Ton: Man muss dazu sagen, dass nirgendwo sonst so viel gestrandet wurde wie hier um Helgoland. Das Wasser um Helgoland hat immer so eine Tiefe von 10 bis 20 Meter. Und je nach Wellengang und so, hat man (Amplituden und) tiefe Stellen, die dann dazu führen, dass Felsriffe auch freigelegt werden, Schiffe dort aufsetzen. Das ist hier über die Jahrhunderte immer wieder passiert.


Autor: erzählt Jürgen Fitschen, er ist Direktor des Inselmuseums Helgoland. – Die Natur kann mächtiger sein als der Mensch. Das erfahren wir täglich. Die Erdbeben, die Unwetterkatastrophen, die Hochwasser…. Neben dem Gedenkstein stehen weitere Kreuze und Steine, viele ohne Namen, nur mit einem Datum. Sie erinnern an Fischer, Meeres-forscher, Piraten und Soldaten. „Friedhof der Namenlosen“ heißt dieser Ort. Ein Ort der Erinnerung, an das Leben.


O-Ton: Dass man auch vergessen werden kann, weil, wissen wir, wie viele Leichname wir (gesehen haben und) gefunden haben, wie viele da draußen auf See geblieben sind, die niemals gezählt werden können …


Autor: Am Eingang des Friedhofs in den Dünen haben die Helgoländer eine Kirchenglocke aufgestellt. [O-Ton Kirchenglocke erklingt]. Jeder Besucher darf sie zum Klingen bringen. Es gibt so unendlich viel Leid, stilles Leid, so viele namenlose Opfer auf der Welt. Ich denke an Schiffe mit Flüchtlingen, die untergehen. Wir brauchen Orte, an denen man an sie denkt. – Bei Gott ist niemand vergessen.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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