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Kirche in WDR 2 | 23.08.2023 | 05:55 Uhr

Bartholomäusnacht

Wir brauchen Orte der Hoffnung. Ich habe so einen Ort für mich entdeckt. Eine Kirche In Port Grimaud, gleich um die Ecke von Saint-Tropez an der Côte d´Azur. Anfang der 1960er Jahre wurde sie gebaut, mitten im Tourismusboom, in einer künstlich angelegten Lagunenstadt á la Venedig. Die Kirche vom Heiligen Franziskus von Assisi.


Sie ist Gotteshaus für alle, so heißt es, „abendländischen Religionen“. Hier feiern sonntags katholische Christen Messe und die Protestanten Gottesdienst. Und von uns Evangelen gibt es in Frankreich gar nicht viele. Manchmal feiern sie auch gemeinsam, aber immer an einem Ort, der ihnen zusammen gehört. Und das sehr bewusst und in großem Einklang.


Diese Kirche ist ein Ort für die Seele. Mitten im Touristengewimmel spüre ich den inneren Frieden, die Ruhe, den gemeinsamen Geist.


Es ging und geht auch anders. Heute auf den Tag genau im Jahr 1572 tobt in Frankreich die Bartholomäusnacht. Ein Gemetzel der katholischen Mehrheit gegen die evangelische Minderheit, die Hugenotten. Eigentlich geht es wie so oft nicht um den Glauben, sondern um politische Macht. Tausende Protestanten in Paris und in den Tagen danach in ganz Frankreich werden ermordet. Fast alle, die überleben, müssen ins Ausland fliehen, viele von ihnen auch zu uns, vor allem nach Preußen.


Religion ist immer wieder missbraucht worden, auch mit viel Gewalt, um politische Macht zu sichern. Religion hat sich leider Gottes auch all zu oft missbrauchen lassen. Auch das gehört mit zu unserer Geschichte. Auch zu der der Bartholomäusnacht.


Die trutzige Kirche mit ihren Wehrmauern in Port Grimaud an der Côte d´Azur erzählt mir eine andere Geschichte: Zeiten können sich ändern, weil sich Menschen ändern können. Das macht sie zu einem Ort der Hoffnung.


Wir brauchen mehr davon. In Berlin-Mitte entsteht gerade das „House of One“, ein gemeinsames Haus für Juden, Christen und Muslime. Unter einem Dach eine Synagoge, eine Kirche, eine Moschee und ein gemeinsamer Begegnungsraum in der Mitte. Auch ein tolles Projekt, weltweit in dieser Art einmalig.


Orte, die verbinden haben Ausstrahlung. Und so sitze ich in Port Grimaud in der Franziskus-Kirche und denke: Religion hat die Aufgabe, die Menschen zu stärken und zu verbinden. Und jede und jeden von uns auf seinem Weg zu Gott zu begleiten. Ob es am Ende der eine Gott ist – ich glaube ja –, das wird uns Gott dann schon selbst mitteilen.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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