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Kirche in WDR 2 | 25.08.2023 | 05:55 Uhr

Seenotretterin Sara Mardini – Ich habe mir den Tod gewünscht

Ich finde es unglaublich – eine junge Frau geht nach Lesbos, um Flüchtlingen zu helfen und wird verhaftet. Nein, es handelt sich um kein Missverständnis.

Auch fünf Jahre später drohen ihr noch 20 Jahre Haft. Die Rede ist von Sara Mardini.

Sie hilft auf Lesbos gestrandeten Flüchtlingen, die ihr Leben auf dem Mittelmeer riskiert haben. Sie gibt ihnen Wasser, Decken, was zu essen. Sie tut das als Volunteer einer gemeinnützigen Hilfsorganisation. So wie Hunderte Andere aus allen Ländern der Welt.


2018 aber wird Sara Mardini mit anderen Seenotrettern verhaftet. 107 Tage sitzt sie in griechischer Untersuchungshaft und wird schließlich auf Kaution frei gelassen. Die Anklage lautet: illegale Nutzung von Funkfrequenzen, Spionage, Gründung einer kriminellen Vereinigung, Unterstützung von Menschenhandel.

All das bestreiten die Aktivisten. Dennoch drohen ihnen 20 Jahre Haft. Was für ein Skandal! Humanitäre Hilfe wird kriminalisiert. Zum ersten Mal in Europa! Mindestens genauso skandalös ist die Tatsache, dass Sara Mardini noch immer auf den Strafprozess wartet.


Heute sagt Sara Mardini: „Langsam, ganz langsam habe ich keine Angst mehr, ich selbst zu sein. Es war wirklich dunkel. Vier Jahre lang. Ich habe mir den Tod herbeigewünscht, jeden Tag“. Dann hat sie eine Therapie gemacht. Es ist wieder heller geworden in ihrem Leben.


Von der Heldin zur Angeklagten. Ja, Sie haben richtig gehört. Einst wurden Sara Mardini und ihre Schwester Yusra als Heldinnen gefeiert. Als sie 2015 mit dem Boot aus Syrien fliehen, passiert auf dem Mittelmeer der Super Gau. Das Boot geht kaputt. Sara und ihre Schwester springen in`s Wasser. Die beiden sind Profi - Schwimmerinnen. Dreieinhalb Stunden ziehen sie das kaputte Boot an die griechische Küste nach Lesbos. Und retten somit 21/23 Menschen das Leben. Vielleich erinnern Sie noch an das Medienspektakel!


Doch Sara Mardini verletzt sich bei der Seenotrettung. Ihr Traum von Olympia ist Aus und Vorbei. Sara geht zurück nach Lesbos, hilft Geflüchteten bis sie verhaftet wird. Zurück in Berlin, wartet sie seit fünf Jahren auf den Prozess, der nicht kommt und doch ihr Leben bedroht. Sie findet keine Jobs und hat Probleme mit dem Ausländeramt. Sara Mardini aber kämpft weiter. Sie sagt: „Ich werde nicht müde, immer und immer wieder das Gleiche zu sagen: Es ist elementar, Menschenrechte einzufordern.“ Und wir? Auch wir dürfen nicht müde werden, diese Geschichte immer und immer wieder zu erzählen. Damit Druck entsteht. Es darf nicht selbstverständlich werden, Menschen zu verhaften und strafrechtlich zu verfolgen, die Geflüchteten helfen. Überlebenden. Mitten in Europa.

Quelle: Berliner Zeitung, Doku über Sara Mardini – „ich habe mir den Tod herbeigewünscht, jeden Tag!“


Quelle:

Karin Bühler am 21.3.23, in: www.berliner-zeitung.de, zuletzt aufgerufen am 8.8.23

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