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Kirche in WDR 2 | 06.09.2023 | 05:55 Uhr

Wertlose Orden

Ich beobachte seit Wochen eine Kleinanzeige im Internet: Eisernes Kreuz zweiter Klasse aus dem ersten Weltkrieg. Altersgemäßer originaler Zustand mit minimalen Gebrauchsspuren.

Verhandlungsbasis 1 Euro.


Minimale Gebrauchsspuren – ist wohl nicht so oft getragen worden. Zu welchem Anlass auch? Außerdem ist es über 100 Jahre alt.

Das Eiserne Kreuz – der legendäre Tapferkeitsorden der deutschen Armee in beiden Weltkriegen. Wer etwas Todesmutiges gewagt hat, oder Kameraden unter Lebensgefahr gerettet hat, bekam ihn verliehen. So ist auch dieser Orden einst an eine Heldenbrust geheftet worden. 21 Gramm versilbertes Blech mit schwarzer Lackierung.


Was der Träger wohl dafür getan hat? Und ob er seine tapfere Tat überlebt hat? Vielleicht ist diese Auszeichnung ja posthum verliehen worden? Das Kreuz erzählt es nicht. Und 100 Jahre später ist die Geschichte vergessen.


Ich habe gegoogelt: Eiserne Kreuze aus den 1. Weltkrieg (1914) bringen in der Regel nicht mehr als 25,-€. Dieses hier, das ich beobachte, will niemand haben – noch nicht mal für einen Euro. Eine Tapferkeitsmedaille, die nichts mehr wert ist. Wie tragisch.


Derzeit wird in Europa wieder geschossen und gestorben. Und auf beiden Seiten werden Orden verteilt für tapfere Taten. Die aber wahrscheinlich auch in 100 Jahren in Vergessenheit geraten sein werden. Ob man die Orden aus dem Russischen Angriffskrieg dann auf Flohmärkten kaufen kann?

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ – das haben die Christlichen Kirchen der Welt auf ihrer ersten Vollversammlung 1948 in Amsterdam formuliert. Mitten im kriegszerstörten Europa.

Natürlich darf man sich gegen einen Überfall wehren. Und natürlich muss man den Überfallenen beistehen – und sei es durch Lieferung von Waffen, mit denen sie sich verteidigen können. Eine Aggression, wie Wladimir Putin sie befohlen hat, darf nicht hingenommen werden, weil sonst das Recht des Stärkeren die Welt beherrschen wird.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auf beiden Seiten Menschen stehen, mit ihren Geschichten, Wünschen und Träumen. Das bedeutet: Verteidigung, Ja. Hass: nein.

Denn eines Tages wird dieser Krieg vorbei sein und in 100 Jahren werden seine Heldentaten hoffentlich vergessen sein.

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ – diese Erkenntnis ist mehr wert als alle Orden der Welt.


Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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