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Kirche in WDR 2 | 23.09.2023 | 05:55 Uhr

Früher war alles besser

„Früher war alles besser“.

Als Pfarrerin bin ich ganz oft diesem Satz konfrontiert.

Egal ob in Gesprächen mit Gemeindegliedern oder auch Mitarbeitenden. Früher war alles besser, so höre ich es und wenn es nur so wird wie früher, dann ist alles gut.

Und klar, oftmals wird es so blumig und anrührend erzählt, dass ich selbst nostalgisch werde.

Aber hier liegt die Crux an der Sache. Denn genau diese Erzählungen, Wünsche und Sehnsüchte machen es der Kirche so schwer, sich zu verändern. Also, zumindest denke ich das.

Wenn es immer noch Menschen gibt, die von den Kinderbibelwochen aus den 90er Jahren erzählen, frage ich mich wirklich: Was soll ich denn da jetzt gegensetzen?

Außer dem Satz, dass diese Zeiten nun mal vorbei sind. Das klingt hart, aber es ist leider so.

Denn heute ist es doch so:

Die Leute treten scharenweise aus der Kirche aus, es gibt weniger Menschen, die ins Pfarramt gehen, viele Leute suchen spirituelle Angebote woanders. In der Kirche zu sein ist heute weder cool noch selbstverständlich. Daher war es natürlich früher besser. Wenn ich aber immer nur nach hinten schaue und nicht nach vorne, dann kann sich auch nichts verändern, nicht wahr?

Was also tun? Schafft man es überhaupt etwas aus der „guten alten Zeit“ zu bewahren und es trotzdem anders zu machen? Wie nehme ich Abschied von Dingen, die heute nicht mehr funktionieren?

Ich bin ganz ehrlich: Ich wünsche mir für unsere Kirchengemeinden, die nun mit den Themen Aufbruch und Neugestaltung beschäftigt sind, dass sie Vertrauen haben, anstatt zu resignieren. Ich wünsche uns Mut anstelle von Angst, Loslassen anstelle von Klammern.

Kirche baut sich schon seit fast 2000 Jahren und es geht nur vorwärts, wenn alle mitmachen.

Und warum erzähle ich das das morgens im Radio?

Ganz ehrlich, weil es sonst keiner sagt. Also öffentlich, außerhalb der kirchlichen Blase. Die Kirche steckt echt in der Klemme, wenn sie so weitermacht wie bisher.

Und vielleicht habt Ihr Ideen, wie die Kirche besser werden kann. Vielleicht habt Ihr Lust den Umbruch mitzugestalten, anstatt schweigend auszutreten.


Ich für meinen Teil freue mich auf neue Impulse und auf Menschen, die mir sagen, was sie sich von der Kirche wünschen und wie eben Kirche sein muss, damit man wieder Bock hat, hinzugehen.

Lasst uns zusammen Kirche gestalten, dann wird aus dem Satz „Früher war alles besser“ vielleicht ein „Ich freu mich auf die Zukunft“.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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