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Kirche in WDR 2 | 05.10.2023 | 05:55 Uhr

Gelassenheit

Seit über einem Jahr plant sie eine Traumreise. Nicht nur für sich, sondern für die ganze Familie. Mit vier Personen soll es auf vier Rädern mit vier Betten durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehen. Eine Mischung aus Nationalparks und Städten soll es sein. Kein leichtes Unterfangen. Deswegen auch die lange Vorbereitungszeit.

Dass „unbegrenzt“ eher ein Wunschtraum ist statt Wirklichkeit, hat sie schon vorher gewusst. Sie ist schließlich nicht naiv. Doch was sie bei der Buchung eines Wohnmobilstellplatzes erlebt, ist schon abenteuerlich. Dabei hat das eigentliche Abenteuer noch gar nicht begonnen. Die Buchung des Stellplatzes ist nämlich an den Zugang zum Nationalpark gekoppelt und der ist begrenzt. Gegen eine Gebühr kann man an einem Losverfahren teilnehmen. Aber Sie hat Glück! Ihr Los gewinnt und sie kann den Stellplatz mit Blick auf den Berg, hinter dem die glühend rote Sonne versinkt, kaufen.


Als es dann endlich so weit ist, der Wagen geparkt und die Stühle in Position gebracht, entflammt noch eine kurze Diskussion mit dem Nachwuchs, dass doch jetzt mal genug mit der Insta-Story sei und dem Tik Tok Zeitraffer. Dann ist Stille. Vor ihnen der gewaltige Berg und das leuchtende Rot der Sonne.


„Da wird man nur noch demütig“ erzählt sie ihrer Freundin nach den Ferien.

„Und man denkt: Ich hier im Urlaub, sicher und geschützt. Und da draußen die Welt, in der geschossen und gebombt wird.“ „Was ein Quatsch“ meint die Freundin. „Geschossen wird sowieso, ob du im Urlaub bist, oder nicht.“ „Auch wieder wahr“, meint sie, „aber ein komisches Gefühl bleibt trotzdem.“


Mir fällt da ein Gebet ein, dass ein Theologe aus dem sogenannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten nach dem zweiten Weltkrieg verfasst hat. Bisweilen findet es sich heute auch als Sinnspruch auf Tassen oder anderen Alltagsgegenständen. Es lautet:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, um den Unterschied zwischen beiden zu erkennen. Einen Tag nach dem anderen zu leben, einen Moment nach dem anderen zu genießen, Beschwernis als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren, diese sündige Welt, wie Jesus es tat, so anzunehmen, wie sie ist, nicht so, wie ich sie gern hätte. Amen“


Gelassenheit, Mut und Weisheit. Zur Einübung braucht es vielleicht ebenso viel Vorbereitung wie zur Planung einer ultimativen Traumreise. Der Theologe Reinhold Niebuhr formuliert das als Gebet, weil er weiß, dass es mehr als Glück braucht und mehr als Sinnsprüche. Es braucht Gottes Hilfe!



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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