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Kirche in WDR 2 | 30.09.2023 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung

„So und jetzt kommen die Haare ab. Schwester Martha? Schere – Jawohl, Frau Doktor – Nehmen Sie Platz, junges Fräulein – Trink, Kindchen, uff Ex.“

Vom Land in die große Stadt – und dann gleich in das Berlin der „goldenen“ 1920er Jahre. Dieses Wagnis nimmt sich Helene mit ihrer Schwester Martha vor – im Film "Die Mittagsfrau“. Grundlage ist der preisgekrönte gleichnamige Roman von Julia Franck. Der Film ist seit dieser Woche in den Kinos. Martha stürzt sich voll ins Partyleben, Helene will davon aber nichts wissen und arbeitet lieber daran, Ärztin zu werden. Daneben ist sie Krankenschwester und findet ihre große Liebe Karl.

„Wenn wir heiraten, wirst du meine Letzte sein. – Mein Erster und mein Letzter wirst du sein. – Meine süße Allerletzte.“

Doch bei den guten Aussichten bleibt es nicht. Karl stirbt, die Nazis werden immer stärker. Die 20er Jahre gehen vorbei, die 30er brechen an. Das gesellschaftliche Klima verändert sich. Da interessiert sich ein neuer Mann für sie, Wilhelm.

„Schwester, könnten Sie meinen Puls fühlen? Mein Herz rast. – Seit wann haben Sie dieses Herzrasen? – Seit ich Sie zum ersten Mal gesehen habe. Glauben Sie, mein Zustand ist bedenklich? – Auf mich wirken Sie sehr gesund.“

Die beiden kommen zusammen, bekommen ein Kind. Aber Wilhelm hat sehr traditionelle Vorstellungen – die mit denen von Helene über Kreuz liegen.

„Ich würde gerne arbeiten. – Meine Frau muss nicht arbeiten. – Aber ich...“

Das Leben stellt viele Erwartungen an uns. Da sind auf der einen Seite, die, die wir an uns selbst haben. Helene will gegen den Willen ihrer Eltern Ärztin werden – dazu in einer Zeit, in der Frauen noch weniger Chancen hatten als heute. Dagegen stehen die Erwartungen von Wilhelm, der sich eine traditionelle Ehefrau wünscht. Helene will Wilhelm, aber sie hadert mit seinen Erwartungen an sie.

Diese Zwickmühle gab es vor hundert Jahren und es gibt sie heute. Erwartungen erzeugen Druck, Enttäuschung und verlorene Gelegenheiten. Aber ohne Erwartungen geht es nicht, denn Erwartungen bedeuten auch Ziele. Sie geben unserem Leben Sinn und Richtung, lassen uns für den Morgen mehr erhoffen als wir heute haben und sind.

Der Schlüssel liegt in der richtigen Balance. Die Mitte zu finden zwischen den vielen Fäden, die an jedem Menschen in unterschiedliche Richtungen ziehen. Es geht um Kommunikation. Gefühle und Wünsche zu äußern, zu verstehen – und die des anderen wertzuschätzen. Die Kunst liegt dann darin, die weniger wichtigen Erwartungen möglichst zu vermeiden und die wichtigen zu erkennen. Ein Balaceakt voller Spannung. Glücklich, wer davon nicht zerrissen wird, sondern zu innerem Gleichgewicht findet.

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