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Kirche in WDR 2 | 14.11.2023 | 05:55 Uhr

Wie wird man Unkraut los?

Ich habe jetzt den ultimativen Tipp, wie man Unkraut im Garten loswird. Den habe ich vor einiger Zeit von einem Bekannten bekommen. Wir sitzen bei ihm im Garten, trinken ein Tässchen Kaffee und plaudern. Und ich schaue mich um: Sein Garten ist ein Urwald. Alles wächst, wie es will. Kraut und Rüben, wie man so sagt. „Du kommst aber nicht so sehr oft zur Gartenarbeit.“, sage ich. „Wieso?“, fragt er. „Naja“, sage ich, „wegen des ganzen Unkrauts.“ Er ist empört: „Das ist kein Unkraut!“, sagt er. „Das sind Wildkräuter.“ Und er hält mir einen sehr langen Vortrag über ökologische Gartengestaltung und Biodiversität. Und ich bereue sehr, dass ich das Thema angesprochen habe. Aber immerhin: Ich habe etwas gelernt. Wenn man das Unkraut in seinem Garten dauerhaft loswerden will, dann muss man es umdeuten. Dann hat man plötzlich nicht mehr einen chaotischen Garten, mit dessen Pflege man total überfordert ist. Sondern man hat einen Ökogarten voller Wildkräuter, der einem Freude macht. Das ist ein guter Tipp, finde ich.


Weil das ja nicht nur mit Blumen und Kräutern funktioniert. Auf diese Weise bin ich zum Beispiel neulich einen fiesen Kollegen losgeworden.
Durch Umdeuten. Ich habe mich mit ihm länger unterhalten und festgestellt: Dieser fiese Typ, der mich mit seinen Sprüchen so extrem nervt, steckt momentan privat in einer ziemlich schwierigen Situation. Ein armer Kerl, eigentlich. Und schon höre ich auf, mich über ihn zu ärgern. Wenn man den Blickwinkel ändert, werden nicht nur aus Unkräutern Wildkräuter, sondern aus Abbrüchen Neuanfänge, aus Krisen Chancen.


In der Bibel gibt es die Geschichte von Abraham. Der ist 75, als Gott ihn auf die Wanderschaft schickt. Weg von zuhause und ab in eine ungewisse Zukunft. Ich stelle mir vor: Auch damals schon ist 75 nicht gerade das typische Alter für solche Abenteuer. Aber Abraham macht sich auf den Weg. Er hat sich entschieden. Er sieht nicht den Abschied und das Risiko und die Unsicherheit. Er sieht eine Chance, eine Aufgabe, eine Verheißung. Es kommt eben oft einfach darauf an, aus welchem Blickwinkel man die Sache betrachtet. Nicht immer, klar. Es gibt auch Dinge, die sind furchtbar, egal von welcher Seite aus man sie sieht. Es ist nicht alles nur Kopfsache. Aber Vieles. Vieles von dem Ärger, der mir den Tag verhagelt, findet in meinem Kopf statt. Und genau da werde ich ihn auch wieder los.


Innerer Friede fängt bei der Frage an, wie ich die Welt betrachte. Ob ich lästiges Unkraut sehe oder wunderschöne Wildkräuter. Risiko oder Verheißung. Feinde oder Mitmenschen. Lästige Fremde oder Hilfesuchende. Danke, für diesen guten Tipp beim Nachmittagskaffee.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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